Versicherungswerte gaben nach
Talfahrt auf breiter Front

Europas Börsen haben am Montag im Vorfeld des 11. September unter Sorgen vor möglichen weiteren Anschlägen und unter Zweifeln über die Konjunkturerholung gelitten. Der DJ Stoxx50-Index der europäischen Standardwerte büsste 2,1 % auf 2 653 Punkte ein.

Reuters. Als kursbelastend erwiesen sich laut Marktteilnehmern vor allem Versicherungs-, Telekom - und Technologiewerte. Die Versicherer seien nach einer Zurückstufung des Sektors durch Morgan Stanley unter Druck geraten. Zurich Financial Services führten wegen Spekulationen um eine Kapitalerhöhung über 2,5 Mrd. $ die Liste der Verlierer an. Die Zurich-Aktien brachen um 11,1 % ein. Die Titel des französischen Versicherers Axa büssten 5,3 % ein. In Mitleidenschaft gezogen wurden auch Telekomwerte.

Die Papiere von France Telecom gingen um 10,4 % tiefer aus dem Handel. Einem Zeitungsbericht zufolge wird um einen neuen Konzernchef gerungen. Die Titel des britischen Mobilfunkbetreibers Vodafone ermäßigten sich um 3,6 %. Kursverluste bei Ericsson wogen schwer auf den Technologietiteln. Infineon brachen um über vier Prozent ein. Händlern zufolge verlief der Handel wegen den feiertagsbedingt geschlossenen US-Börsen bei insgesamt geringen Umsätzen lustlos.

London: Vor allem wegen nachgebender Finanz- und Telekomwerte schloss die Börse London am Montag tiefer. Der FTSE-100-Index fiel um 1,1 % auf 4 181 Zähler. Royal & Sun Alliance führten das Feld der Verlierer mit minus 5,2 % an. Einem Börsianer zufolge schürten die Spekulationen um eine Kapitalerhöhung bei der Schweizer Zurich Financial Services die Sorgen um die Bilanzen anderer Versicherer. Abwärtsdruck kam auch von der Zurückstufung des Sektors durch Morgan Stanley. Abgaben mussten auch Prudential und Friends Provident hinnehmen. Bei den Telekomtiteln stachen Vodafone negativ heraus. Die Aktien gaben wegen Spekulationen, Vodafone könnte ein Übernahmeangebot für den französischen Mobilfunkkonzern SFR unterbreiten, 3,6 % nach. AstraZeneca bremsten mit plus 3,6 % noch grössere Verluste des Marktes.

Zürich: Deutliche Kursverluste bei den Versicherungswerten setzten am Montag der Schweizer Börse zu. Daneben litten auch Roche und einzelne Technologiewerte unter größeren Abgaben. Der SMI-Index schloss um 2,6 % tiefer mit 5 096 Punkten. Zurich litten abgesehen von den bekannten Problemen wie dünne Kapitaldecke und drohende Kapitalerhöhung unter der Spekulation, die Aktie könnte aus dem Stoxx50-Index herausfallen, was für zusätzlichen Druck auf dem Aktienkurs sorgen würde. Zurich sanken um 11,1 %. Kräftig unter Druck standen auch Rentenanstalt, Swiss Re und Baloise. Uneinheitlich waren die Chemiewerte und andere zyklische Titel.

Paris: Massive Verluste bei France Telecom drückten die Pariser Börse ins Minus. Der CAC-40-Index fiel um 2,8 % auf 3 273 Zähler. Ungewissheit um die finanziellen Verpflichtungen beim Partner Mobilcom ließ die Titel von France Telecom um 10,4 % absacken. Einem Zeitungsbericht zufolge wird um einen neuen Konzernchef gerungen. Im Blick stand auch Pharmagigant Sanofi-Synthelabo. Die Papiere brachen 9,7 % ein. Händler erklärten, die vom Unternehmen in Aussicht gestellten geringeren Umsätze im zweiten Halbjahr hätten die Anleger verunsichert. Als kursbelastend erwiesen sich zudem Axa, die 5,3 % verloren.

Amsterdam: Die Aktien der Benelux-Länder notierten bei sehr geringen Umsätzen schwächer. Der Amsterdamer AEX-Index büßte 2,1 % auf 364 Zähler ein und der Bel-20 sank um 1,1 % auf 2 221 Punkte. Als Belastung erwiesen sich Finanzwerte und Versicherer. Fortis ermäßigten sich in Brüssel um 2,4 % und in Amsterdam um 3 Prozent. ING verloren 3,4 %. Aegon büssten gar 4,1 % ein.

Mailand: Der Mib30-Index der italienischen Standardwerte büsste 1,6 % auf 25 170 Punkte ein. Wie anderswo auch drückten schwache Versicherer und Finanzwerte auf den Gesamtmarkt. Gemieden wurden die Aktien der Anlageunternehmen Mediolanum und Fideuram. Die Titel verloren 4,4 und 3,4 %. Die Papiere des Versorgers Enel verlor 2 Prozent. Die Firma befürchtet bei einem kurzfristigen Stop der Preiserhöhung für Elektrizität deutliche Einbussen. Ein wenig Aufhellung brachten Autostrade, die zwei Prozent anzogen.

Madrid: An der Börse Madrid verlor der Ibex-35 1,5 % auf 6 341 Zähler. Unter Druck standen die Titel der beiden Bankschwergewichte Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Santander Central Hispano, die 1,8 % und 2 Prozent nachgaben. Händler verwiesen auf die anhaltenden Sorgen über die weitere Entwicklung in Argentinien. Die Aktien von Telefonica, die ebenfalls stark in Südamerika engagiert ist, gaben 2,4 % nach.

Stockholm: Die skandinavischen Märkte schwächten sich im Zuge nachgebender Technologie- und Telekomwerte ab. Der DJ StoxxNordic-Index büsste 1,2 % auf 239 Punkte ein. Verluste zwischen 3,4 und 6 Prozent mussten die Technologiewerte Nokia, Ericsson, Jippii und Merkantilda hinnehmen. Entgegen dem Trend zogen die defensiven Werte AstraZeneca und Novo Nordisk an.

Wien: Der Wiener Aktienmarkt schloss bei sehr geringem Handelsvolumen leichter. Der ATX-Index lag 0,4 % im Minus bei 1 130 Punkten. Im Fokus standen Erste Bank, die 0,9 % nachgaben, und die Aktien des Öl- und Gaskonzerns OMV, die 0,6 % einbüssten.

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