Versöhnliche Gespräche
Bush trifft in Washington Clinton und Gore

Einen Tag nach seiner Wahl durch das Wahlkollegium hat der künftige US-Präsident George W. Bush seine Vorbereitungen zur Amtsübernahme in Washington fortgesetzt.

Reuters WASHINGTON. Einen Tag nach seiner Wahl durch das Wahlkollegium hat der künftige US-Präsident George W. Bush seine Vorbereitungen zur Amtsübernahme in Washington fortgesetzt. Für Dienstag stand ein Treffen mit Amtsinhaber Bill Clinton auf dem Programm. Zudem sollte Bush mit seinem knapp unterlegenen Gegenkandidaten, dem demokratischen Vizepräsidenten Al Gore, zusammenkommen. Nach dem langen Rechtsstreit um das Wahlergebnis kündigten beide Seiten versöhnliche Gespräche an. Als ersten ausländischen Staatschef traf Bush am Montag den französischen Präsidenten Jacques Chirac, der derzeit Ratspräsident der Europäischen Union (EU) ist.

Das Treffen Clintons mit Bush werde in herzlicher Atmosphäre stattfinden, sagten Berater des demokratischen Amtsinhabers. Clinton kündigte am Montag an, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um Bush bei der Amtsübernahme zu helfen. Der Republikaner hatte seinen Wahlkampf unter anderem mit dem Versprechen geführt, als Nachfolger Clintons wieder "Ehre und Würde" ins Weiße Haus zu bringen. Die Republikaner hatten nach Clintons Affäre mit einer Praktikantin 1999 versucht, den Demokraten mit einem Amtenthebungsverfahren absetzen zu lassen. Clinton hatte das Amt 1992 von George Bush, dem Vater des zukünftigen Präsidenten übernommen.

Bush erhielt 271 Stimmen

Nach dem Mittagessen mit Clinton im Weißen Haus, dem Sitz des Präsidenten, war ein Besuch Bushs bei Vizepräsident Gore in dessen Amtssitz geplant. Gore hatte beim Eingeständnis seiner Niederlage die Amerikaner aufgefordert, Bush als gewählten Präsidenten zu akzeptieren und zu unterstützen.

Die Abstimmung im Wahlkollegium der Bundesstaaten besiegelte am Montag den Sieg Bushs bei der Wahl vom 7. November. Der Gouverneur von Texas erhielt Fernsehberichten zufolge die erforderliche Mehrheit von 271 Stimmen. Das Ergebnis wird vom Kongress offiziell am 6. Januar nachgezählt und bekannt gegeben. Die 538 Wahlmänner und-frauen vergeben ihre Stimmen entsprechend der Wahlergebnisse in den 50 US-Bundesstaaten sowie im Regierungsbezirk Washington. Um den Wahlausgang im Bundesstaat Florida hatten sich Bush und Gore einen mehrwöchigen Rechtsstreit geliefert. Nach einer Entscheidung des Obersten US-Bundesgerichts in Washington zu Gunsten Buhs hatte Gore in der vergangenen Woche dann seine Niederlage erklärt. Gore lag landesweit knapp vor Bush, in Florida jedoch knapp hinter ihm. Für einen Sieg brauchten beide die Wahlkollegstimmen des entscheidenden Bundesstaats.

Bush hält sich seit Montag in Washington auf, um die Amtsübernahme am 20. Januar vorzubereiten. Als ersten ausländischen Staatschef traf er als designierter Präsident Jacques Chirac aus Frankreich. Es sei ein großartiges Treffen gewesen, sagte Bush danach. In der EU hatten Äußerungen Bushs und seiner außenpolitischen Berater während des Wahlkampfs zu der Sorge geführt, die USA könnten sich aus NATO - Friedenseinsätzen in Europa zurückziehen. Nach ersten Ernennungen von Regierungsmitgliedern am Montag wurde zudem erwartet, dass Bush seine Gespräche mit weiteren Kandidaten fortsetzt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%