Versorger im Minus - Techwerte im Plus
Europabörsen halten Niveau nur knapp

Europas Börsen haben bis zum frühen Nachmittag in einem volatilen Handel uneinheitlich, insgesamt jedoch leichter tendiert. Der Entscheid der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen unverändert zu lassen, sei zwar erwartet worden, habe jedoch vereinzelt zu Abgaben geführt, sagten Händler.

Reuters LONDON. Der DJ Stoxx50-Index lag 0,6 Prozent im Minus bei 2263,4 Punkten. Verlusten bei Pharmatiteln wie Roche sowie bei Versorgern standen Avancen bei Technologietiteln gegenüber. Trotz der eine festere Eröffnung der Wall Street anzeigenden US-Futures seien die Anleger vorsichtig. Roche büßten nach Vorlage des Neunmonate-Zwischenberichts 2,5 Prozent ein. Unter den Versorgern stach die spanische Union Fenosa mit einem Kursminus von 7,5 Prozent hervor. Im Technologiesektor sorgten die Titel des französischen IT-Beraters Capp Gemini mit plus zwei Prozent und jene der spanischen Internetfirma Terra Networks mit einem Plus von vier Prozent für Unterstützung.

LONDON - Schwache Finanzwerte belasteten den Londoner Aktienmarkt. Der FTSE 100-Index büßte 0,4 Prozent auf 3726 Zähler ein. Der Entscheid der britischen Notenbank (BoE), die Zinsen unverändert zu belassen, war von den meisten Marktteilnehmern erwartet worden. Die Titel von Aviva fielen 3,8 Prozent, nachdem die Versicherung eine mögliche Kürzung von Bonus-Zahlungen an Kunden mitgeteilt und dies mit schwierigen Marktbedingungen begründet hatte. Verluste verzeichneten auch Pharmatitel. So gaben GlaxoSmithKline 2,8 Prozent und AstraZeneca ein Prozent nach. Händler verwiesen auf die erhöhten Rückstellungen bei Roche. Die Titel des Informationskonzerns Reuters gaben nach einer Zurückstufung durch UBS Warburg acht Prozent nach.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien tendierten leichter. Der SMI sank 0,6 Prozent auf 4408 Zähler. Der "Bon" Roche büßte 2,5 Prozent auf 91 sfr ein. Händler sagten, der Zwischenbericht sei enttäuschend ausgefallen. Roche hatte neben einer Umsatzstagnation die Erhöhung der Rückstellungen für die noch offenen Fälle von Vitamin-Preisabsprachen mitgeteilt. Die Titel des Industriekonzerns Sulzer verloren rund acht Prozent. Unter den Versicherungen, deren jüngste Verluste allgemein als stark übertrieben beurteilt werden, setzte sich dagegen eine festere Tendenz durch. Zurich stiegen um 2,2 Prozent, Swiss Re 1,7 Prozent und Baloise vier Prozent.

PARIS - Die Pariser Börse drehte nach einem freundlichen Auftakt ins Minus. Verluste bei Pharma- und Erdölwerten überwogen Gewinne im Technologiesektor. Der CAC 40-Index tendierte 0,5 Prozent schwächer bei 2643 Zähler. Die Titel des Erdölkonzerns TotalFina gaben rund ein Prozent und jene des Versorgers Suez 2,5 Prozent nach. Pharmakonzern Aventis notierte 2,5 Prozent im Minus. Die Titel des Kosmetikgiganten L'Oreal gaben nach Vorlage von am unteren Ende der Erwartungen liegenden Neunmonate-Umsätzen ebenfalls nach. Dagegen kletterten Capp Gemini drei Prozent. Händler verwiesen dabei auf positive Kommentare von CEO Paul Hermelin in einem Zeitungsinterview.

FRANKFURT - Die deutschen Aktien bauten die Gewinne nach dem Zinsentscheid der EZB deutlich ab. Der Aktienindex Dax notierte nur noch 0,2 Prozent im Plus bei 2602 Punkten. Unmittelbar vor der Entscheidung hatte der Dax noch mehr als ein Prozent höher bei 2630 Zählern gelegen. Marktteilnehmer sagten, viele kurzfristig orientierte Händler am Markt hätten bereits auf eine Zinssenkung der Notenbank spekuliert. Fester waren nach den jüngsten markanten Verlusten Banktitel. Commerzbank waren elf Prozent höher. HypoVereinsbank verteuerten sich um mehr als fünf, Deutsche Bank um knapp drei Prozent. Das dritte Quartal dürfte für die Commerzbank "nicht schlecht" ausgefallen sein, hatte Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller zuvor dem "Handelsblatt" gesagt.

BENELUX - Im Benelux notierte der Amsterdamer AEX-Index 0,1 Prozent höher bei 292 Punkten und der Brüsseler BEL20 0,2 Prozent tiefer auf 1770 Zähler. Die Titel des Telekomkonzerns KPN gewannen nach positiven Anlystenkommentaren rund zwei Prozent. Gesucht waren auch ABN Amro, die über drei Prozent anzogen. Die Bank hatte ihre Prognosen bekräftigt und hält an ihrer Dividendenpolitik fest. Bei den Einzelhändlern verloren Delhaize zwei Prozent, während Ahold 1,5 Prozent anzogen.

MAILAND - Der Mib30-Index der Mailänder Börse verlor 0,7 Prozent auf 20.700 Punkte. Die Titel des Autokonzerns Fiat standen weiter im Mittelpunkt. Nach anfänglichen Gewinnen notierte der Wert 0,8 Prozent im Minus. Am Vortag war die Aktie auf ein 20-Jahretief gefallen. Fiat will im Rahmen seiner laufenden Umstrukturierung ab Dezember 8100 Stellen in der Verluste schreibenden Auto-Sparte für ein Jahr entlassen. Spekulationen um einen Verkauf dieses Geschäftszweiges an General Motors vor 2004 erteilte Fiat aber eine Absage. Die Titel des Energiekonzerns Enel gaben drei Prozent nach. Mediaset stiegen dagegen 1,7 Prozent.

MADRID - Die Madrider Börse präsentierte sich schwächer. Der Ibex35-Index verlor 1,4 Prozent auf 5289 Zähler. Auf dem Index lasteten Telefonica mit minus 2,7 Prozent und ein weiteres Mal Union Fenosa mit einem Minus von 7,5 Prozent. Sorgen um die finanzielle Lage des Unternehmens und Fragen zur Bilanzierungspraxis drückten den Fenosa-Kurs. Die Titel der an Fenosa beteiligten Bank Santander Central Hispano stiegen 0,4 Prozent, während Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) ein Prozent gewannen.

SKANDINAVIEN - Der DJ StoxxNordic-Index der skandinavischen Börsen tendierte 0,8 Prozent tiefer bei 203 Punkten. Ericsson waren mit plus 2,1 Prozent fester, während Nokia ins Minus drehten. Die Titel von Telekomanbietern wie etwa Tele 2 und TDC fielen ebenfalls in den negativen Bereich. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB lagen dagegen 4,7 Prozent im Plus. Die Titel der norwegischen Schiffsgruppe Frontline stiegen ebenfalls kräftig an.

WIEN - Der Wiener Aktienmarkt geriet erneut unter 1000 Punkte. Der ATX-Index lag 0,6 Prozent im Minus bei 998 Zähler. Indexschwergewicht Erste Bank war 0,9 Prozent leichter. Die Aktien des Versorgers OMV markierten ein neues Jahrestief. BWT verloren 2,3 Prozent.

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