Versorger und Versicherungsbranche führen die Aufwärtsbewegung der Kurse an
Deutsche Aktien überwinden anfängliche Schwächephase

Die Kurserholung an der deutschen Börse machte weitere Fortschritte. Mit Interesse wurde zur Kenntnis genommen, dass die Verkaufsbereitschaft trotz der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit nachgelassen hat. Deutlich aufwärts ging es mit den Aktien der Energieversorger und der Versicherungsbranche.

HB FRANKFURT/M. Nach schwächerem Start zeigten sich deutsche Aktien im Tagesverlauf weiter gut erholt. Negative Vorgaben der US-Börse vom Mittwoch und das unsichere geopolitische Umfeld hatten anfangs die Stimmung belastet. Später nutzten einige institutionelle Anleger das gedrückte Kursniveau wieder zu gezielten Käufen. Als die Wall Street nach einer Handelsstunde in den Minusbereich geriet, verloren deutsche Aktien zeitweise wieder am Boden, um später den Höhenflug fortzusetzen. Nach einem Tagestief von 4 048,20 schloss der Dax bei 4 184,50 und damit rund 2,18 % höher.

Das Geschehen wurde weiterhin maßgeblich von weltpolitischen Einflüssen dominiert. Die Unsicherheit über die von den USA als angemessen betrachteten Antwort auf die jüngsten Terror-Attacken ließ zahlreiche private und institutionelle Akteure nach wie vor eine defensive Anlagestrategie verfolgen. Die am Nachmittag einsetzenden Käufe erstreckten sich nicht über die gesamte Breite des Marktes, sondern wurden sehr gezielt ausgeführt. "Wir sind noch längst nicht über den Berg", brachte ein Analyst in Frankfurt die allgemeine Stimmungslage auf den Punkt.

Positiv wurde am Markt die Nachricht gewertet, dass die Opec ihre derzeitige Fördermenge nicht verändern wird. Für den Aktienhandel war es keine Überraschung, dass das Ratstreffen der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt ohne geldpolitische Beschlüsse endete. Dass die EZB für August einen 6,7-prozentigen Anstieg der Geldmenge M3 (nach + 6,4 % im Juli) meldete, ist nach Analysten-Meinung kein Hindernis für Leitzinssenkungen im weiteren Jahresverlauf. Die Mehrheit der Analysten in der Euro-Zone sieht ab Mitte Oktober die Chance auf eine Euro-Leitzinssenkung. Auch im Hinblick auf die am Dienstag in den USA anstehende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) herrscht bei Ökonomen in der Wall Street weiterhin Phantasie auf eine erneute Dollar-Leitzinssenkung. Die Zinsseite wird an den Börsen vor allem deshalb eingehend analysiert, weil billigeres Geld als ein wichtiger Faktor für die Erholung der derzeit in ernsten Problemen steckenden Weltwirtschaft angesehen wird.

Auf der Gewinnerseite an der deutschen Börse standen am Donnerstag bei den Dax-Werten vor allem die Aktien von RWE (+ 6,8 %). Hier beflügelte sowohl das am Vortag vorgelegte Interims-Resultat als auch die Nachricht, dass die Analysten von ABN Amro die Bewertung der beiden deutschen Energieversorger RWE und Eon (+ 3,9 %) heraufgestuft haben. Zu deutlich höheren Kursen wurden auch Schering und Deutsche Post umgesetzt. Gefragt waren auch die im Anschluss an die Attacken auf das World Trade Center gedrückten Assekuranz-Aktien Allianz und Münchener Rück . Die vier zuletzt genannten Aktien gewannen jeweils mehr als 4 %.

Nachdem ein Preussag-Sprecher erklärte, der Tourismuskonzern wolle trotz rückläufiger Reisebuchungen an den bisherigen Umsatz- und Ertragsprognosen für 2001 festhalten, legte die Aktie weiter leicht zu. Die Analysten von HSBC haben die Bewertung der Preussag-Aktie auf "kaufen" angehoben. Der merkliche Kursverlust in der Siemens -Aktie war unter anderem mit der Reduzierung der Gewinnprognose durch die Analysten von Dresdner Kleinwort Benson zu erklären. Auch Epcos und Infineon standen an der deutschen Aktienbörse zuletzt weiter stark unter Druck.

Von einer schwächeren Seite präsentierte sich auch der Neue Markt. Uneinheitlich tendierten am Donnerstag die Kassamärkte der deutschen Regionalbörsen. In Düsseldorf legten Kamps, in München WET Automotive deutlich zu. An der Börse in Hamburg verloren Lambda an Boden. Am Aktienmarkt in Stuttgart gaben Schwabenverlag deutlich nach. Zu den Gewinnern in Berlin zählten Eckert & Ziegler. In Hannover sackten Condat kräftig ab. An der Börse in Bremen wiesen Ahag einen deutlichen Kursabschlag auf.

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