Versorger verlieren
Konjunktur- und Kriegssorgen lasten auf dem Dax

Schwache Konjunkturaussichten und die Angst der Anleger vor weiteren wachstumsstörenden Impulsen durch einen möglichen Irak-Krieg haben Händlern zufolge den Deutschen Aktienindex (Dax) am Donnerstag stark belastet.

Reuters FRANKFURT. Deutschlands wichtigster Börsen-Index schloss 2,82 % tiefer bei 2 649 Punkten. Dabei ragten die starken Kursverluste der im Index schwer gewichteten Titel der Münchener Rück sowie der Versorger Eon und RWE heraus. Nur vier der 30 Dax-Werte konnten zulegen.

"Es gibt zu viele Risiken, um jetzt einsteigen zu müssen", kommentierte Alfred Kaiser von Bankhaus Nols die schlechte Stimmung vieler Marktteilnehmer. "Die Konjunkturaussichten bleiben schwach und ohne Ende des Irak-Konflikts ist an der Börse einfach nichts zu holen." In Deutschland ging der Auftragseingang im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 4,1 % zurück, während Analysten lediglich mit einer Abnahme um 1,2 % gerechnet hatten. Auch die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Leitzinsen unverändert zu lassen, enttäuschte einige Börsianer. Diese hatten nach der Zinssenkung der englischen Notenbank um 25 Basispunkte auch auf einen EZB-Zinsschritt gehofft.

Neben dem Dax verlor auch der Nebenwerte-Index MDax rund ein Prozent auf 2 958 Punkte. Am Neuen Markt gab der Auswahlindex Nemax 50 um 1,29 % auf 347 Zähler nach.

In den USA tendierten die Börsen zum Handelsschluss in Frankfurt uneinheitlich. Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte gab um 0,36 % nach, während sich der Index der Technologiebörse Nasdaq um 0,48 % erhöhte.

Finanzwerte und Versorger unter Druck

Unter Abgabedruck standen an der Frankfurter Börse vor allem die Aktien der Münchener Rück, die 5,38 % auf 81,37 Euro verloren. Händler sprachen neben der allgemeinen Marktschwäche von sehr kurzfristigen Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie am Mittwoch noch deutlich zugelegt hatte.

Eon - und RWE-Anteilsscheine büßten 4,2 beziehungsweise 5,14 % ihres Börsenwertes ein. Die Analysten der Investmentbank JP Morgan hatten die Eon-Aktie zuvor auf "Neutral" herabgestuft. RWE-Aktien seien im Vergleich zu ihren Wettbewerbern überbewertet, hieß es weiter.

Am Freitag dürften besonders die Papiere der Deutschen Bank die Schlagzeilen beherrschen. Deutschlands größtes Kreditinstitut will über die Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahr 2002 berichten. Im Vorfeld der Zahlen verlor die Aktie zum Handelsende 0,8 % auf 39,04 Euro.

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