Versorgungswerk soll Beiträge von bis zu zwei Millionen Beschäftigten verwalten
Metall-Tarifparteien einigen sich auf neue Altersvorsorge

Das Konzept für eine ergänzende Altersvorsorge der 3,6 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie steht: Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall und die IG Metall einigten sich am Montag nach zweitägigen Verhandlungen in Köln nicht nur über die Errichtung eines gemeinsamen Versorgungswerks.

dc DÜSSELDORF. Entgegen früheren Plänen handelten sie auch bereits einen Tarifvertrag aus, der ab 2002 die Bedingungen für eine Umwandlung von Gehalt in Altersvorsorgebeiträge regelt.

Anders als von der IG Metall gefordert, werden die Arbeitgeber keine separaten Vorsorgebeiträge zahlen müssen. Die IG Metall hatte darauf gedrungen, dass Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung, die bei einer solchen Gehaltsumwandlung eingespart werden, den Arbeitnehmern zufließen müssten. Gesamtmetall setzte sich jedoch mit der Position durch, dass solche Einsparungen ein Ausgleich für Verwaltungskosten seien, die bei der Organisation der neuen Vorsorge anfallen.

Nach der rot-grünen Rentenreform dürfen Arbeitnehmer bis zu 4 % ihres Bruttoentgelts in Beiträge für eine ergänzende Vorsorge umzuwandeln. Das gestern vereinbarte Konzept für die Metall- und Elektroindustrie verpflichtet die Arbeitgeber, ihren Beschäftigten ein Angebot zu machen, das die gesetzlichen Förderkriterien erfüllt. Hat das Unternehmen keine eigene betriebliche Altersversorgung, kommt das neue Versorgungswerk zum Zuge, das unter dem Dach einer von Gesamtmetall und IG Metall zu gründenden Gesellschaft bürgerlichen Rechts drei Varianten der betrieblichen Altersversorgung anbietet: Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherung.

IG Metall betretet Neuland in der Altersversorgung

Unternehmen, die schon eine Altersversorgung etwa nach der so genannten Dirketzusage haben, können diese demnach entweder auf ein nach den neuen Regeln "förderfähiges" Konzept umstellen oder die Beschäftigten auf das neue Versorgungswerk zu verweisen.

Mit beiden Verträgen - dem Vertrag über das Versorgungswerk und dem Tarifvertrag - haben IG Metall und Gesamtmetall laut Gewerkschaftschef Klaus Zwickel "in dem immer wichtiger werdenden Bereich der Altersversorgung Neuland betreten und eine weit in die Zukunft reichende Regelung vereinbart". Gesamtmetall-Präsident Marin Kannegiesser bezeichnete die Beschlüsse als "zukunftsweisend für die Tarifpolitik". Der Tarifvertrag hatten ursprünglich in separaten Gesprächen im Bezirk Baden-Württemberg vereinbart werden sollen.

Die Tarifpartner wollen das neue Versorgungswerk nicht selbst betreiben, sondern Finanzdienstleister beauftragen. Dazu wurden neun deutsche Anbieter aus der Bank- und Versicherungsbranche aufgefordert, Angebote vorzulegen. Die Auswahl soll Mitte November erfolgen. Nach Rechnung der Beteiligten könnten künftig zwei Millionen Beschäftigte eine solche Vorsorge nutzen. Daraus errechnet sich ein Anlagevolumen von 8 bis 10 Mrd. DM.

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