Verspätungen erwartet
Bahn-Warnstreiks in Sachsen-Anhalt am Montag

Die Eisenbahner-Warnstreiks im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn treffen am Montag als zweites Bundesland Sachsen-Anhalt. Dabei sei wie bereits beim Auftakt in Nordrhein-Westfalen am Samstag mit Behinderungen im Nah- und Fernverkehr zu rechnen, teilten die Gewerkschaften Transnet und GDBA am Sonntagabend mit.

HB/dpa BERLIN. Die Gewerkschaften wollen jeden Tag eine andere Region mit Warnstreiks treffen und damit Druck vor der nächsten Tarifrunde am 6. März machen. Zugleich drohte Transnet-Chef Norbert Hansen mit dem ersten flächendeckenden Bahn-Streik seit mehr als zehn Jahren.

Je nach dem Angebot der Arbeitgeber beim nächsten Treffen müsse entschieden werden, ob das Scheitern erklärt werde, sagte Hansen im infoRADIO Berlin-Brandenburg. "Das könnte bedeuten: Urabstimmung und flächendeckende Streiks." Die Bahn-Beschäftigten seien "stinksauer". Zuletzt hatte es einen Streik bei der Bahn 1992 gegeben, als bundesweit mehrere zehntausend Beschäftigte 14 Tage lang den Verkehr teils lahm legten.

Bei den ersten Aktionen in Köln und Dortmund kam es zu Verspätungen und Zugausfällen. In Köln fielen in den frühen Morgenstunden nach Angaben der Bahn vier Züge komplett aus. Insgesamt 27 Züge hätten bis zu 20 Minuten Verspätung gehabt, sagte ein Sprecher. Die Auswirkungen der Arbeitsniederlegung am späten Vormittag in Dortmund seien deutlich geringer gewesen. Am Sonntag verzichteten die Gewerkschaften auf Warnstreiks. Die Auswirkungen wären zu gering gewesen, sagte ein Sprecher zur Begründung.

Welche Regionen wann von den Warnstreiks betroffen sein sollen, wollen die Gewerkschaften nur kurzfristig mitteilen, damit sich die Arbeitgeberseite nicht vorbereiten kann. Auch nähere Angaben zur den Streikzielen in Sachsen-Anhalt sollten erst am späten Abend gemacht werden. Die Bahn richtete eine kostenlose Rufnummer für Informationen über Verspätungen ein (0800/6644225).

Die Gewerkschaften fordern für die rund 160 000 Beschäftigten fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie die sofortige Angleichung der Ost- Gehälter an das Westniveau. Die Bahn hat bisher kein konkretes Angebot vorgelegt, sich aber bisher für einen Inflationsausgleich ausgesprochen. Am Freitag war die Friedenspflicht abgelaufen. Die Bahn kritisierte die Warnstreiks. Sie seien vor der Vorlage des ersten Arbeitgeber-Angebots verfrüht.

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