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Verspätungen wegen Rückrufaktion der Bahn

Die Deutsche Bahn hat wegen neuer Probleme mit der Technik ihre bislang größte Rückruf-Aktion gestartet: Nachdem im Radsatz eines Regionalzuges ein Riss entdeckt worden war, holte der Konzern vorsichtshalber fast 170 baugleiche Züge zurück in die Werkstatt.

dpa BERLIN. Die Deutsche Bahn hat wegen neuer Probleme mit der Technik ihre bislang größte Rückruf-Aktion gestartet: Nachdem im Radsatz eines Regionalzuges ein Riss entdeckt worden war, holte der Konzern vorsichtshalber fast 170 baugleiche Züge zurück in die Werkstatt.

In mehreren Bundesländern kam es am Mittwoch deshalb zu Verspätungen im Regionalverkehr. Die Verzögerungen werden vermutlich bis in die nächste Woche dauern. Betroffen sind Neigetechnik-Züge, mit denen es schon mehrfach Probleme gab.

Die 167 Triebwagen vom Typ VT 612 müssen nun mit Ultraschall überprüft werden, weil bei einem Zug während einer Routinekontrolle ein leichter Riss in der Radsatzwelle festgestellt wurde. Im schlimmsten Fall kann so die Achse brechen. 25 andere Fahrzeuge des gleichen Typs, die erst kürzlich in der Werkstatt waren, bleiben in Betrieb. Bei ihnen wurde aber sicherheitshalber die Neigetechnik abgeschaltet, so dass sie jetzt langsamer unterwegs sind.

Die Technik, bei der sich die Züge in die Kurve legen, bereitet der Bahn schon seit Jahren Schwierigkeiten. Die beiden Vorgängermodelle mussten ebenfalls zurück in die Werkstatt. Der dieselgetriebene ICE TD wurde im vergangenen Winter sogar ganz aus dem Verkehr gezogen.

Die Verzögerungen durch die neuen Probleme hielten sich nach Angaben der Bahn im Rahmen. In den meisten Fällen gelang es, mit Hilfe von kurzfristig bereitgestellten Ersatzzügen den Verkehr normal aufrecht zu erhalten. Aus Bayern wurden Verspätungen von bis zu einer halben Stunde gemeldet. In Sachsen mussten Fahrgäste auf den Bus umsteigen. Betroffen waren außerdem Strecken in Thüringen, Sachsen- Anhalt, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz.

Die Überprüfung wird nach Einschätzung von Experten etwa zehn Tage in Anspruch nehmen. Beim Hersteller, dem kanadischen Bombardier-Konzern, hieß es: "Wir hoffen, dass es sich um einen Einzelfall handelt." Der Ersatz für die 170 Züge sei ein logistischer Kraftakt, bei dem immer wieder "kurzfristig disponiert" werden müsse, sagte ein Bahnsprecher. Auf ihrer Internet-Seite www.bahn.de bietet die Bahn aktuelle Informationen zu Verspätungen.

Bei dem VT 612 handelt es sich um einen zweiteiligen Dieseltriebwagen, der bei Bombardier in Hennigsdorf (Brandenburg) gefertigt wird. Diese 2,5 Mill. ? teuren Neigetechnik-Züge sind bei der Bahn seit vier Jahren im Einsatz, zumeist auf kurvenreichen Strecken im Nahverkehr.

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