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Verspekuliert

Alan Greenspan hat die Zinsen nicht gesenkt. So lautet die Tageszusammenfassung für die Börsianer in New York. Die Wall Street hatte gehofft, dass der US-Notenbankpräsident in seiner Rede etwas von einer baldigen Zinssenkung verlauten ließe.

Stattdessen beruhigte Greenspan seine Zuhörer, die Wirtschaft würde sich zwar weiter abkühlen, doch sei die Konjunktur gegenüber dem Ende vergangenen Jahres wieder leicht angestiegen. Seiner Meinung nach belaste das niedrige Verbrauchervertrauen die Konsumentenausgaben nicht so stark wie erwartet. Marktbeobachter interpretieren aus Greenspans Rede weiterhin, dass der Notenbankchef mit seiner Zinspolitik fortfahren wird und die Zinsen bei der nächsten Sitzung der Federal Reserve Bank am 20. März reduzieren könnte. Greenspan versucht den Markt zu beschwichtigen, aber er ist nicht bereit, auf die Vermutungen der Wall Street zu reagieren.



Denn nachdem Anleger seit Tagen daraufhin spekuliert hatten, dass die Fed die Leitzinsen senkt, schlossen am Aschermittwoch beide Indizes weit unter dem Vortagesniveau. Für den Dow Jones Index, der noch am Dienstag mit 200 Punkten gewonnen hatte, fängt nun die Fastenzeit an. Er verlor 143 Punkte. Das Technologiebarometer schloss auf 2151 Punkten. Gewinner wie Dell, Veritas Software und AT&T waren selten.



Insbesondere Finanzaktien trafen die Enttäuschung der Börsianer hart. Aktien von Banken und Brokerhäuser, die besonders von einer Zinssenkung profitieren könnten, standen auf der Abschussliste. Citigroup, J.P. Morgan Chase und Morgan Stanley Dean Witter tendierten schwächer.



Die Greenspan-Rede löste auch eine Verkaufswelle an der Nasdaq aus. Im Technologiesegment gehörten Oracle, JDS Uniphase und Qualcomm zu den größten Verlierern.



Chipwerte fielen, nachdem mehrere Hersteller von Halbleitern vor geringeren Ergebnissen gewarnt hatten. Altera und der Komponentenhersteller Avanex werden ihre Prognosen verfehlen. Microchip Technology plant, Fertigungsstätten zu schließen und Mitarbeiter zu entlassen.



Aktien von Ölraffinerien gaben nach einem kritischen Analystenkommentar ab. Lehman Brothers befürchtet, dass die Gewinnmargen in der zweiten Hälfte des Jahres geringer ausfallen werden. Kunden würden Lagerbestände mit Ölreserven aufstocken. Sunoco und Valero verloren. Auch Exxon Mobil tendierte schwächer.

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