Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen
Jüdische Einrichtungen in Deutschland gefährdet

Jüdische und israelische Einrichtungen sind auch in Deutschland zur Zeit stark gefährdet. Wegen der Anschläge in Frankreich und Belgien am Wochenende wurden die Sicherheitsmaßnahmen besonders vor Synagogen verstärkt.

dpa HAMBURG. Aber auch vor Friedhöfen, Kultusgemeinden und Museen, dem Sitz des Zentralrats der Juden, Verkehrs- und Handelsbüros und der diplomatischen Vertretung des Staates Israel herrscht seit Ostern höhere Aufmerksamkeit. Laut dem jüngsten Verfassungsschutzbericht hat es im Jahr 2000 29 antisemitische Gewalttaten gegeben - 13 mehr als in den beiden Vorjahren.

Die Zahl jüdischer Gemeinden ist wegen der Einwanderer aus Staaten der früheren Sowjetunion stark angestiegen. Mitte vergangenen Jahres waren es 83 mit rund 88 000 Mitgliedern. Die größten Gemeinden sind Berlin (etwa 12 000 Mitglieder), Frankfurt am Main (8 000) und Köln (3 700). Zu den vielfältigen Betreuungsangeboten gehören etwa Kindergärten und Altersheime. Wie solche Einrichtungen gelten auch auch die bedeutenden jüdischen Museen in Berlin und Frankfurt am Main als schutzbedürftig.

In der Vergangenheit besonders gefährdet waren die derzeit etwa 2000 jüdischen Friedhöfe und die zahlreichen Synagogen. Als eines der bedeutendsten Gotteshäuser gilt die 1995 nach mehrjährigen Wiederaufbauarbeiten eingeweihte Neue Synagoge in Berlin. Das Düsseldorfer Gotteshaus war zu Beginn der zweiten Intifada im Oktober 2000 von zwei Arabern attackiert worden. Im selben Monat wurden auch eine Synagoge im Berliner Bezirk Kreuzberg und die Alte Synagoge in Essen angegriffen.

Besondere aufmerksam werden die Botschaft Israels und der Sitz des Zentralrats der Juden in Deutschland in Berlin überwacht.

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