Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland
Angst vor Terror in Deutschland

Zwar gebe es keine konkreten Hinweise auf mögliche Anschläge in der Bundesrepublik, so Bundeskanzler Gerhard Schröder. Dennoch sind in Deutschland alle Sicherheitsbehörden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden.

ap BERLIN. Es gebe aber nach wie vor keine konkreten Hinweise auf mögliche Anschläge in der Bundesrepublik, erklärte Bundeskanzler Gerhard Schröder am Sonntagabend in Berlin. Trotz einer «erhöhten Gefährdungssituation» müsse niemand Angst haben, betonte er. Es sei aber «noch größere Aufmerksamkeit» notwendig. Die Innenminister der Länder und die Landeskriminalbehörden seien unmittelbar nach den Militärschlägen unterrichtet worden, sagte Schröder. Das Bundesinnenministerium und das Bundeskriminalamt würden in Abstimmung mit den anderen Sicherheitsbehörden laufend über Veränderungen der Lage befinden. Für den (morgigen) Montagvormittag ist eine Schaltkonferenz aller Innenminister vorgesehen.

Das BKA hält laut Presseberichten Anschläge islamistischer Extremisten nach einem US-Militärschlag in Afghanistan auch in Deutschland für wahrscheinlich. Mögliche Ziele seien amerikanische Einrichtungen und deutsch-amerikanische Konzerne. Auch die Bundesländer reagierten mit verstärkten Sicherheitsvorkehrungen auf die Anschläge und versetzten ihre Polizeien in Alarmbereitschaft.

In Berlin erhöhte die Polizei den Schutz für "relevante ausländische Einrichtungen", wie ein Sprecher mitteilte. Die Gebäude der amerikanischen Botschaft waren bereits nach den Terroranschlägen vom 11. September mit Straßensperren und gepanzerten Fahrzeugen geschützt worden. Der hessische Regierungssprecher Dirk Metz erklärte, in Hessen gebe es derzeit keine Anzeichen für eine Gefährdungslage. Dennoch hätten die Sicherheitsbehörden den Objektschutz insgesamt verstärkt. In Frankfurt am Main wurde mit der Sicherung von potenziell gefährdeten Firmen und Gebäuden begonnen. Am Frankfurter Flughafen wurden die Sicherheitsmaßnahmen zunächst nicht verschärft.

Auch in Rheinland-Pfalz galt höchste Sicherheitsstufe. Besonders massiv geschützt würden sämtliche US-Militäreinrichtungen und amerikanischen Firmen, aber auch die Gebäude jüdischer und islamischer Gemeinden, sagte der Sprecher des Mainzer Innenministeriums, Michael Hartmann. Allein an den US-Militärflugplätzen Ramstein und Spangdahlem sei je eine weitere Hundertschaft Polizei zusammengezogen worden. «Wir haben schon vor den US-Angriffen mehrere Szenarien entwickelt, die jetzt greifen», sagte Hartmann.

Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums sagte, das bereits vorbereitete Sicherheitskonzept sei umgehend in Kraft getreten. Es sehe einen «massiven Objektschutz» für alle amerikanischen, jüdischen und israelischen Einrichtungen vor, sowie für die der NATO-Partner. Das gelte auch für den Standort des AWACS-Geschwaders in Geilenkirchen. Das Innenministerium in München berief die Landesreserve der bayerischen Bereitschaftspolizei ein. Auch im Freistaat seien die ohnehin schon scharfen Sicherheitsvorkehrungen noch weiter angezogen worden. Es sei "noch für Wochen oder sogar Monate mit einer stark erhöhten Gefährdungslage zu rechnen".

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