Verstehen ist die Devise: Drüberschauen reicht nicht mehr

Verstehen ist die Devise
Drüberschauen reicht nicht mehr

In USA werden Wirtschaftsdelikte jetzt härter bestraft - bei den Managern wächst die Angst.

Firmenpleiten, Bilanzfälschungen, Wirtschaftsdelikte - die Reihe der Unternehmensskandale in den USA reißt nicht ab. Schon seit Wochen läuft in New York das Verfahren gegen Ex-Tyco-Chef Dennis Kozlowski, der seine Firma um 600 Millionen Dollar geprellt haben soll. Nun startete auch der Prozess gegen die Fernsehköchin und Superhausfrau Martha Stewart. Der Vorwurf: Insidergeschäfte. Auch die Ex-Finanzchefs von Enron und Worldcom kommen noch dieses Jahr vor Gericht. "Wir haben viel zu tun", verkündet New Yorks Generalstaatsanwalt Elliot Spitzer: "Es gibt genug Verfehlungen aus den vergangenen Jahren, die nun an die Oberfläche kommen und uns mit Arbeit versorgen."

Haarsträubende Enthüllungen über den Missbrauch von Firmengeldern und Verfehlungen in den Chefetagen wollen nicht enden und haben nicht nur das Vertrauen der amerikanischen Anleger in die Manager erschüttert. Um das Vertrauen der Investoren zurück zu gewinnen, verschärfte zuletzt die New Yorker Börse die Anforderungen an Vorstände und Aufsichtsräte gelisteter Unternehmen. Bereits im vergangenen Sommer wurde der Sarbanes- Oxley-Act verabschiedet. Die Strafen für Wirtschaftsdelikte wurden heraufgesetzt, die Verjährungsfristen ausgedehnt und Unternehmenskredite an Führungskräfte, wie im Fall Kozlowski, verboten. Das neue Gesetz stellt zudem höhere Ansprüche an die Bilanzführung: In jedem Prüfungsausschuss muss nun mindestens ein Finanzexperte sitzen.

John Olson, Senior Partner im Washingtoner Büro von Gibson, Dunn & Crutcher, erklärt die Folgen für die Chefetagen: "Das Risiko ist enorm gestiegen. Die CEOs können nicht mehr nur einen oberflächlichen Blick auf die Ergebnisse werfen, sie müssen sich mit den Details auseinander setzen und verstehen, wie eine Bilanz erstellt wird." Jeff Stone betont den erhöhten Druck auf die Unternehmensführung: "Mit Sarbanes-Oxley sind die Ansprüche enorm gestiegen", resümiert der Spezialist für Wirtschaftskriminalität der Kanzlei McDermott, Will & Emery. "Vorstände müssen heute viel genauer hinschauen, was sie da eigentlich genehmigen."

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