Verstimmung zwischen Israel und Großbritannien
Arafat-Besuch in Syrien in letzter Minute abgesagt

Der palästinensische Präsident Jassir Arafat hat in letzter Minute einen Besuch in Syrien abgesagt. Er reagierte damit auf ein Ersuchen aus Damaskus, die Reise zu verschieben, wie die palästinensische Botschaft in Jordanien am Dienstag mitteilte.

ap JERUSALEM. Noch am Vorabend hatte Arafat erklärt, er freue sich auf seine ersten Gespräche in Syrien seit acht Jahren. Zuletzt war Arafat anlässlich der Beisetzung von Präsident Hafis el Assad im Juni 2000 in Damaskus.

Arafat befand sich bereits auf dem Flughafen der jordanischen Hauptstadt Amman, als die Reisepläne abgebrochen wurden. Der Präsident kehrte daraufhin nach Gaza zurück, wie der ihn begleitende palästinensische Planungsminister Nabil Schaath mitteilte. Die Beziehungen zwischen Syrien und den Palästinensern sind seit langem abgekühlt.

Unklar war zunächst, ob die Absage des Syrien-Besuchs den Weg für ein kurzfristiges Treffen Arafats mit dem israelischen Außenminister Schimon Peres frei machen könnte. Die seit langem geplante Unterredung war am Sonntag vom israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon erneut gestoppt worden, weil er die Voraussetzung einer mindestens 48-stündigen Waffenruhe nicht erfüllt sah.

USA erhöhen Druck auf Israel

Die USA erhöhten nach der wiederholten Verschiebung des Treffens zwischen dem israelischen Außenminister Schimon Peres und dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat ihren Druck auf Israel. Außenminister Colin Powell telefonierte am Montag mit Peres, um dem Wunsch nach einem baldigen Gespräch mit Arafat Nachdruck zu verleihen. Die USA dringen auch deshalb darauf, weil ihnen eine Annäherung im Nahen Osten bei der Bildung einer Anti-Terror-Allianz unter Einschluss von arabischen Staaten helfen würde.

Scharon und Staatspräsident Mosche Katsav sagten unterdessen ein für Dienstag geplantes Treffen mit dem britischen Außenminister Jack Straw ab. Als Grund wurden offiziell Terminprobleme genannt. Straw hatte allerdings am Montag in einer iranischen Zeitung erklärt, der Ärger in der Region über die Ereignisse in den palästinensischen Gebieten sei ein Faktor, der Terrorismus begünstige. Der israelische Kabinettsminister Ephraim Sneh sprach von einer widerwärtigen Äußerung.

Straw erklärte zu den Vorwürfen aus Israel: "Es gibt keine Entschuldigung für Terrorismus. Zur gleichen Zeit gibt es eine Notwendigkeit, die Umwelt zu verstehen, in der Terrorismus entsteht." Darum sorge sich die internationale Gemeinschaft um den Friedensprozess im Nahen Osten.

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