Verstoß gegen Rundfunkstaatsvertrag vorgeworfen
Privatanbieter kritisieren Internet-Show des ZDF

Die privaten Rundfunkanbieter haben eine am Donnerstag gestartete 26-stündige Internet- und Fernsehshow des ZDF scharf kritisiert. Das Format "iday" zeige "in erschreckender Art und Weise, wie Gebührengelder in unverantwortlicher Weise zweckentfremdet werden können", heißt es in einer Mitteilung des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT).

HB/dpa HAMBURG. ZDF-Intendant Markus Schächter wies die Kritik umgehend zurück. "Die Dynamik der programmlichen Innovation" des ZDF löse offenbar bei den kommerziellen Wettbewerbern Verunsicherung aus. Der öffentlich-rechtliche Sender kooperiert bei dem "iday" mit dem Düsseldorfer Sender NBC Giga.

Beim "iday" - neudeutsch für "Tag des Internets" - wollen die ZDF - Moderatoren Andrea Kiewel und Kai Böcking online per Livestream sowie über den digitalen Infokanal 26 Stunden lang eine Mischung aus Unterhaltung, Spielen und Information bieten. In der "ZDF iDay-Nacht" in der Nacht zum Freitag können die Zuschauer das Ereignis auch live von 0.50 Uhr bis 04.50 Uhr im ZDF verfolgen. In dieser Zeit erhalten Kiewel und Böcking Unterstützung von NBC-Giga-Moderatorin Uta Fußangel. Am Nachmittag um 15 Uhr setzt der Düsseldorfer Sender NBC Giga dann die gemeinsame Aktion mit dem "Projekt 26", einer 26- stündigen Live-Sendung, fort.

Nach Ansicht des VPRT verstößt die Internet-Show gegen den Rundfunkstaatsvertrag, demzufolge die Online-Aktivitäten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten programmbegleitend sein müssen. In diesem Falle sei es umgekehrt, da das Fernsehen den Livestream im Internet begleite. Der Verband forderte die Medienpolitiker und Aufsichtsgremien des ZDF erneut auf, den "sinnlosen Expansionswillen" der öffentlich-rechtlichen Sender im Internet zu beenden.

Schächter betonte, dass es sich bei dem "iday" um einen multimedialen Marathon handle, bei dem die Inhalte sowohl im Fernsehen als auch im Internet verbreitet würden. Der Vorwurf, das TV-Programm begleite ein im Vordergrund stehendes Online-Angebot, sei falsch. Das bereits im November vergangenen Jahres ausgestrahlte Format habe damals eine große und positive Resonanz gefunden.

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