Versuch im Gewächshaus
Mehr Reis pro Pflanze bedeutet weniger Methan in der Luft

Reispflanzen, die höhere Erträge bringen, scheiden auch weniger Methan in die Umwelt aus.

HB DÜSSELDORF. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der niederländischen Wageningen-Universität und des Fraunhofer-Instituts bei Versuchen im Gewächshaus am internationalen Rice Research Institute auf den Philippinen gekommen.

Reisfelder und Tierfarmen sind die größten Produzenten des Treibhausgases Methan. Nach Kohlendioxid ist Methan nach Einschätzung von Experten für einen großen Teil der globalen Erderwärmung verantwortlich: Rund 20 % führen sie auf die Kohlenwasserstoffverbindung zurück.

Etwa 10 % des Methans, das weltweit entsteht, stamme aus der Reisproduktion. Reis ist allerdings für die Hälfte der Erdbevölkerung das wichtigste Grundnahrungsmittel. Die Ausbeute eines Reisfeldes variiert sehr stark: Manche Felder liefern bis zu acht Tonnen Reis pro Hektar, andere nur drei.

Die Forscher der Wageningen-Universität und des Fraunhofer-Instituts wollen nun mit ihrem Wissen eine Optimierung des Reisanbaus erreichen. Bei ihren Experimenten konnten sie feststellen, dass die Pflanzen, die Kohlenstoff kanalisieren und zur Bildung von Blüten nutzen, weniger Treibhausgase in die Luft setzen, je mehr Ähren sie bilden. Je ertragreicher die Sorte also, umso weniger Methan. Mit diesem Wissen könnten nach Ansicht von Ronald Sass, Forscher an der Reis-Universität in Houston, neue Reispflanzen gezüchtet werden.

Andere Forscher wie etwa Robin Matthews von der britischen Cranfield-Universität stehen der Sache aber sehr kritisch gegenüber. Die Experimente im Glashaus wären zwar aufschlussreich, eine Umsetzung in der realen Welt sei aber kaum möglich, da die Situation unter freiem Himmel viel komplexer sei. Es gebe noch eine Vielzahl anderer Faktoren, die beim Reisanbau zu beachten sind.

Quelle: Handelsblatt

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