Vertag am Mittwoch unterzeichnet
NBC hat Viviendis Unterhaltungssparte gekauft

Der Medienkonzern Vivendi Universal hat sich mit amerikanischen Mischkonzern General Electric (GE) über den Verkauf seiner US-Unterhaltungssparte VUE geeinigt.

HB PARIS/NEW YORK. Die beiden Partner gaben am Mittwoch in Paris die Unterzeichnung des Vertrages über den bereits Anfang September angekündigten Verkauf der Vivendi Vivendi-Unterhaltungssparte Universal Entertainment (VUE) an GE bekannt. "Mit dieser Fusion setzt sich NBC an der Spitze der fundamentalen Veränderungen der TV- und Medienlandschaft", erklärte GE-Chairman Jeffrey Immelt. Das neue Unternehmen, zu dem Vivendi das Filmstudio Universal, Freizeitparks und sein TV-Kabelgeschäft beisteuert, hat einen geschätzten Wert von 43 Mrd. Dollar und wird mit US-Giganten wie Walt Disney und Viacom konkurrieren.

An der Pariser Börse legten die Aktien von Vivendi Universal in der Spitze mehr als drei Prozent zu. "Der Deal nimmt alle Unsicherheit von dem Konzern. Nun müssen nur noch die Kartellbehörden zustimmen und das dürfte kein Problem sein", sagte ein Londoner Analyst. Die GE-Aktien büßten an der Wall Street dagegen 1,3 % auf 30,34 Dollar ein.

Vivendi baut Schuldenberg ab

Die nun veröffentlichten Bedingungen entsprachen im Wesentlichen den bereits bekannten Eckpunkten. Demnach wird GE 80 % an dem fusionierten Unternehmen NBC Universal halten, Vivendi Universal die restlichen 20 %. Ab 2006 kann sich Vivendi zum Marktwert von dieser Beteiligung trennen, auch über einen Börsengang. Darüber werde 2005 entschieden, sagte Vivendi-Vorstand Jean-Bernard Levy in einer Telefonkonferenz. GE sei nicht nicht verpflichtet, bei einem Börsengang mitzuziehen.

Die Transaktion bewertet die Vivendi-Unterhaltungssparte mit 14 Mrd. Dollar. In bar erhalten die VUE-Aktionäre 3,8 Mrd. Dollar, wobei 3,3 Mrd. Dollar direkt an Vivendi Universal fließen. GE will die Barzahlung mit der Ausgabe neuer Stammaktien finanzieren. Die Synergien aus der Fusion der beiden Unternehmen werden auf 400 bis 500 Mill. Dollar geschätzt.

Durch den Verkauf seiner Unterhaltungssparte werde Vivendi Universal bis Ende 2004 seine Nettoverschuldung auf unter fünf Mrd. ? drücken, erklärte Vivendi-Chef Jean-Rene Fourtou. Das neue Unternehmen werde 30 bis 50 % mehr zu den Ergebnissen des Vivendi-Konzerns beitragen als VUE alleine. Fourtou stellte klar, dass er auch noch über das Jahr 2004 hinaus an der Spitze von Vivendi bleiben könnte. Zuvor hatte er angedeutet, nach dem Ende des Restrukturierungsprogramms Ende 2004 sein Amt abzugeben.

GE-Finanzchef Keith Sherin erwartet für NBC Univeral im ersten Jahr nach der Fusion exklusive der Olympischen Spiele einen Umsatz von 14 Mrd. Dollar und ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 3,5 Mrd. Dollar. Im zweiten Jahr soll der Umsatz dann 15 Mrd. Dollar erreichen, das Ebitda sogar um zehn Prozent zulegen.

Mit Barry Diller, ehemaliger Chef von Vivendi Universal Entertainment, sollen den Angaben zufolge bald Gespräche über den Verkauf seines Minderheitsanteils an VUE geführt werden. NBC-Chef Bob Wright, der auch NBC Universal führen soll, sagte in einem Interview mit dem TV-Sender CNBC, dass man auf eine Einigung mit Diller noch vor dem Vollzug der Fusion im ersten oder zweiten Quartal 2004 hoffe. Diller hält über sein Unternehmen InterActiveCorp 5,4 % an VUE und dazu noch weitere Vorzugsaktien. Den Wert der InterActive-Beteiligung an VUE bezifferte Fourtou auf rund zwei Mrd. Dollar.

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