Verteidigungsminister sah Anzeichen einer gezielten Kampagne
Magazin "Stern" weist Vorwürfe Scharpings zurück

Das Magazin "Stern" hat die Vorwürfe des abgelösten Verteidigungsministers Rudolf Scharping (SPD) zurückgewiesen. Sie entbehrten "jeder Grundlage und haben offenbar zum Ziel, von den eigenen Fehlern abzulenken", erklärte die "Stern"- Chefredaktion am Donnerstagabend.

HB HAMBURG. Scharping hatte vor Journalisten in Berlin gesagt, wesentliche Teile der im "Stern" angesprochenen Behauptungen seien "falsch und auch ehrenrührig". Vor allem "benötigt der Verteidigungsminister keinen Vermittler, um Gespräche mit der Rüstungsindustrie zu führen". Laut "Stern" soll der Public-Relations-Unternehmer Moritz Hunzinger einem Manager der Rüstungsindustrie ein vertrauliches Gespräch mit Scharping über den angestrebten, später aber untersagten Export von U-Booten nach Ägypten ermöglicht haben.

Der "Stern" hielt Scharping entgegen, dieser habe vier Tage Zeit gehabt, um auf die Fragen des Blattes zu antworten. "Er hat diese Zeit nicht genutzt, sondern versucht, die "Stern"-Redaktion hinzuhalten", erklärte die Chefredaktion. Hunzinger habe dagegen bereits nach einem Tag auf einen detaillierten Fragenkatalog des "Stern" geantwortet und alle von dem Magazin dargestellten Vorgänge schriftlich bestätigt. Einer von Scharping erwogenen presserechtlichen Klärung sehe der "Stern" "mit großer Gelassenheit" entgegen.

Scharping hatte von "Anzeichen für eine durchaus gezielte Kampagne" gesprochen. Er wolle zur vollständigen Aufklärung der Vorwürfe beitragen und habe "wegen der presserechtlichen Fragen" eine Anwaltskanzlei beauftragt.

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