Verträge bereits unterzeichnet
Allianz bestätigt Übernahme von US-Vermögensverwalter Applegate

Das Münchener Unternehmen zahlt zunächst rund 980 Mill. $. Abhängig von der Geschäftsentwicklung werde die Allianz bis zu 1,09 Mrd. $ zusätzlich bezahlen und außerdem Anreiz-Programme im Volumen von 150 Mill. $ auflegen.

Reuters MÜNCHEN. Die Allianz AG will den amerikanischen Vermögensverwalter Nicholas-Applegate Capital Manager für zunächst 980 Mill. $ (umgerechnet 2,24 Mrd. DM) übernehmen. Der Vertrag sei bereits unterschrieben worden, teilte der Münchener Versicherer am Mittwoch mit. Zusätzlich bis zu 1,09 Mrd. $ will die Allianz bezahlen, wenn Applegate in den nächsten fünf Jahren ein durchschnittliches Ertragswachstum von 25 % pro Jahr erreicht. Nach der Übernahme werde die Allianz-Gruppe weltweit ein Vermögen von 750 Mrd. Euro verwalten. Weitere Zukäufe von US-Vermögensverwaltern seien nicht geplant, sagte ein Allianz-Sprecher. "Wir haben unsere Ziele erreicht". fügte er hinzu.

Der auf Aktienfonds spezialisierte private Vermögensverwalter Applegate ergänze das Angebot der Allianz im Bereich Asset Management perfekt, erklärte Joachim Faber, im Allianz-Vorstand verantwortlich für die Vermögensverwaltung. In den USA ist der Versicherungsriese bereits mit Pimco, der vor allem fest verzinsliche Wertpapiere verwaltet, Oppenheimer Capital, Pimco Equity Advisors und Cadence Capital vertreten. Mit einem verwalteten Vermögen von rund 45 Mrd. $ (51 Mrd. Euro) ist Applegate aber ungleich kleiner als Pimco, der Ende Juni 275,6 Mrd. Euro an Anlagen verwaltete.

Die Allianz setzte sich mit ihrem Angebot an Applegate gegen eine ganze Reihe von weiteren Kaufinteressenten durch. Dazu wurden zum Beispiel die niederländische ING, Nuveen Investments, First Union, und die American International Group gezählt. Schon im Vorfeld hatten Analysten Applegate als guten strategischen Fit für den Münchener Versicherer bezeichnet. "Applegate schließt eine Produkt-Lücke bei der Allianz", sagte Frank Stoffel von WestLB Panmure. Den Kaufpreis nannte er fair.

"Durch den Erwerb von Nicholas-Applegate bauen wir unsere Position unter den ersten zehn Vermögensverwaltern der Welt weiter aus", erklärte Vorstandsmitglied Faber. Das im kalifornischen San Diego ansässige Unternehmen gehöre zu den führenden Vermögensverwaltern im institutionellen Geschäft, hieß es. Mit mehr als 400 Mitarbeitern biete Nicholas-Applegate 35 Investmentprodukte an. Arthur Nicholas, Gründer und Geschäftsführer des US-Verwalters, werde das Unternehmen, das als eigenständige Einheit in der Allianz bestehen bleibe, auch künftig führen. Für die Top-Manager würden Anreiz-Programme in einem Volumen von 150 Mill. $ aufgelegt.

Die Allianz führe keine Gespräche mit anderen US-Vermögensverwaltern, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Im September hatte es in Bankenkreisen geheißen, der Konzern sei in Sondierungsgesprächen mit mehreren US-Vermögensverwaltern, darunter der Franklin Resources Inc. und Waddell & Reed. Mit Applegate habe die Allianz sowohl bei den Produkten als auch bei der Größe ihre Ziele erreicht, sagte der Sprecher. Weitere Zukäufe stünden "nicht auf der Tagesordnung".

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