Vertrag am Montag
Durchbruch für Transrapid in China

China kauft die deutsche Magnetschnellbahn Transrapid. Nach wochenlangen Verhandlungen erzielten beide Seiten nach Angaben des Transrapid-Konsortiums vom Sonntag eine Einigung über den Bau der Strecke zwischen dem Flughafen von Schanghai und der Innenstadt. Der Vertrag wird am Montag in Schanghai unterzeichnet werden, berichteten informierte Kreise in Peking.

dpa PEKING/BERLIN. Die Kosten sollen bei rund zwei Mrd. DM liegen, doch wurden zunächst keine Zahlen genannt. Die Einigung über die erste kommerzielle Strecke des Transrapids gelang auch ohne ein zinsgünstiges Darlehen der Bundesregierung, sagte der Sprecher des Transrapid-Projekts in Schanghai, Peter Wiegelmann, in Berlin.

Chinas Ministerpräsident Zhu Rongji empfing am Sonntag am Regierungssitz Zhongnanhai in Peking den Vorstandsvorsitzenden der Siemens AG, Heinrich von Pierer, sowie das Vorstandsmitglied von ThyssenKrupp, Heinrich Igelbüscher. Beide Unternehmen haben die Federführung im deutschen Konsortium.

An dem Treffen nahm auch der Bürgermeister von Schanghai, Xu Kuangdi, teil, der eine treibende Kraft hinter dem Kauf war. Seine Stadtregierung führt das Konsortium chinesischer Investoren an. Nach Angaben von Transrapid in Berlin soll die Strecke erst Ende 2003 fertig werden. Bisher war von Anfang 2003 die Rede. Die Fahrzeit werde unter zehn Minuten liegen.

Das Projekt hat für die chinesische Seite nach Angaben von Transrapid International in Berlin "Demonstrationscharakter". Im Jahr 2003 werde auch über andere Schnellbahnstrecken entschieden, so beispielsweise eine 200 Kilometer lange Strecke zwischen Schanghai und der Stadt Hangzhou oder die 1 300 Kilometer lange Verbindung zwischen Schanghai und der chinesischen Hauptstadt Peking.

Das Transrapid-Konsortium liefert die Züge mit Antriebstechnik und die Sektionen genannten Waggons. Die Trasse soll nach früheren Angaben etwa eine Milliarde DM kosten und wird von China gebaut. Mit 35 Kilometer wird die Transrapid-Strecke kürzer als ursprünglich im Herbst geplant, um größere Umbauten im Finanzviertel Pudong zu vermeiden, wo die Trasse zuerst enden sollte.

Die Bahn wird jetzt an der U-Bahnstation Longyang, etwa fünf Kilometer südöstlich des Bankenzentrums enden. Die vorbereitenden Arbeiten haben bereits begonnen. Bohrungen wurden schon vorgenommen, um zu sehen, wie tief die Pfeiler der Trasse in dem weichen Untergrund in der Gegend von Schanghai verankert werden müssen.

Für die lukrative Schnellbahnstrecke zwischen Schanghai und Peking steht Transrapid in Konkurrenz zu japanischen und französischen Schnellzügen. Chinesische Experten prüfen derzeit noch die Vor- und Nachteile einer konventionellen Rad-Schiene-Technik gegenüber dem modernen Magnetsystem auf dieser Strecke.

Durch die Entscheidung Chinas ergeben sich nun neue Chancen für den Transrapid, vor allem für den Export. Auch in Nordrhein-Westfalen und Bayern sind Strecken im Gespräch. In NRW soll nach dem Willen der Landesregierung zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 eine so genannte Metrorapid zwischen Düsseldorf und Dortmund in Betrieb gehen. Für Bau- und Infrastrukturkosten werden 6,5 Mrd. DM veranschlagt. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. In München ist eine Strecke zum neuen Großflughafen in der Debatte. Die Bayerische Landesregierung zeigte sich erst kürzlich zuversichtlich hinsichtlich einer positiven Entscheidung.

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