Vertrag mit kroatischer Regierung unterzeichnet
Telekom stockt Beteiligung in Kroatien auf

Die Deutsche Telekom und die kroatische Regierung haben gestern den Kaufvertrag über weitere 16 Prozent der Anteile an der kroatischen Telekom unterzeichnet. Damit übernimmt der deutsche Konzern die Mehrheit und baut sein Engagement in Osteuropa aus. Es ist die größte Auslandsinvestition für Kroatien.

dri ZAGREB. Das Geschäft war nach nur zwei Minuten besiegelt: Ron Sommer, Chef der Deutschen Telekom, und der kroatische Ministerpräsident Ivica Racan unterschrieben den Vertrag. Telekom-Vorstandsmitglied Jeffrey Hedberg stellte einen Scheck über 500 Mill. Euro aus, und Ivica Mudrinic, der Chef der Hrvatski Telekom (HT), überreichte ihm die Urkunde über den Besitz von weiteren 16 % an der staatlichen Telekom Kroatiens. Damit hat die Telekom 51 % der HT-Anteile.

"Es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, Kroatien an die internationale Wirtschaft heranzuführen und die Isolation unseres Landes zu überwinden", sagte Ministerpräsident Racan. In Kroatien, das im vergangenen Jahr knapp 3,5 Mrd. $ Direktinvestitionen aus dem Ausland verzeichnete, ist die Deutsche Telekom der größte Einzelinvestor.

Investitionen in Osteuropa sind hochprofitabel

Die Telekom baut mit HT ihre Position in Osteuropa weiter aus. "Alle unsere Investitionen in Osteuropa sind hochprofitabel", sagte Sommer. Bisher werde der Wert dieses Engagements an den Aktienmärkten jedoch unterschätzt. In Osteuropa seien viel höhere Wachstumsraten möglich als in den gesättigten Märkten Westeuropas, so Sommer.

Die Telekom ist im Oktober 1999 bei HT eingestiegen. Der Bonner Konzern erwarb für 850 Mill. $ einen Anteil von 35 % an dem kroatischen Unternehmen und überbot dabei das schwedisch-norwegische Konsortium aus Telia und Telenor.

Die kroatische Regierung besitzt noch 49 % der HT-Anteile. Sobald sich die Kapitalmärkte erholt haben, sollen 21 % an die Börse gebracht werden, weitere jeweils 7 % gehen an Mitarbeiter und Kriegsveteranen.

HT besitzt in Kroatien Festnetzmonopol

HT besitzt in Kroatien, das 4,3 Millionen Einwohner hat, das Festnetzmonopol mit 1,8 Mill. Telefonanschlüssen. Die Mobilfunktochter Cronet hat 800 000 Kunden und damit einen Marktanteil von 55 %. Etwa 5 % der Bevölkerung haben einen Internetanschluss, die HT gibt ihren Marktanteil in dem Segment mit 85 % an. Im vergangenen Jahr setzte HT 763 Mill. Euro um und fuhr einen Gewinn von 120 Mill. Euro ein. In den kommenden Jahren will HT-Chef Mudrinic das Unternehmen nach dem Vorbild Deutsche Telekom in die vier Sparten Festnetz, Mobilfunk, Internet und Unternehmens-Datendienste umbauen.

Der zweite Mobilfunkanbieter Kroatiens ist Vipnet, ein Joint-Venture von Mobilkom (Mobilfunktochter der Telekom Austria) und von dem US-Unternehmen Western Wireless. Miteigentümer von Western Wireless ist pikanterweise John Stanton, der Chef und Miteigentümer der Telekom-Tochter Voicestream. Von einem Interessenkonflikt wollte Sommer jedoch nichts wissen: Schließlich liege die operative Führung von Vipnet bei den Österreichern.

Im Festnetz endet das HT-Monopol für Ferngespräche Anfang 2003. Die Telefonanschlüsse in den Ortsnetzen werden nach Angaben von HT erst 2005 geöffnet. Bis Ende 2004 will die Telekom die Verbreitung von Telefonanschlüssen von heute 30 % auf 45 % der Bevölkerung steigert. 700 Mill. Euro wollen die Deutschen bis dahin in Kroatien investieren.

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