Vertrag nur für analoge Ausstrahlung
Digital-Fernseher schauen bei WM in die Röhre

Drei Millionen Menschen können nach derzeitigem Stand bei ARD und ZDF keine Bilder von der Fußball- Weltmeisterschaft sehen. Drei Wochen vor Beginn der Turniere in Japan und Südkorea haben die beiden öffentlich-rechtlichen Sender noch keine Einigung mit der insolventen Kirch Media über die digitale Satelliten-Ausstrahlung erzielt.

dpa KÖLN/MAINZ. Der Weltfußballverband Fifa lehnt unterdessen direkten Einfluss ab. "Das ist ein Problem der Vertragspartner, auf das wir keinen direkten Einfluss haben", sagte ein Fifa-Sprecher am Montag.

ARD und ZDF haben lediglich einen Vertrag über die analoge Ausstrahlung von maximal 25 WM-Spielen abgeschlossen. Das Problem der moderneren digitalen Ausstrahlung war zunächst ausgeklammert worden. Die Zahl der ausschließlichen Digital-Empfänger ist zuletzt aber stark gestiegen und liegt nach ARD-Angaben bei bis zu einer Million Haushalte. Damit wären knapp drei Millionen TV-Zuschauer von der WM- Berichterstattung ausgeschlossen.

Hintergrund des Streits ist, dass der spanische Pay-TV-Sender Via Digital seine Exklusivität gefährdet sieht, weil ein Konkurrenzsender ARD und ZDF in sein Programm einspeist. Die öffentlich-rechtlichen Sender hatten der Kirch Media eine technische Lösung angeboten. Diese war von dem inzwischen zahlungsunfähigen Medienunternehmen abgelehnt worden. Die TV-Rechte sind kurz vor der vorläufigen Insolvenz an die Kirch Sport AG in Zug transferiert worden. Die AG ist allerdings eine Tochter der Kirch Media, die offensichtlich weiter die Verhandlungen führt.

ARD und ZDF wollen sich weiterhin um die Digitalrechte bemühen. "Wir wollen allen Gebührenzahlern die Chance bieten, die Fußball- Weltmeisterschaft im Fernsehen zu erleben", sagte der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen. So sei die Situation "unbefriedigend".

Zuletzt war sogar die gesamte TV-Berichterstattung in Frage gestellt. Nach Informationen aus ARD - und ZDF-Kreisen wollte Hans- Joachim Ziems, einer der neuen Kirch Media-Geschäftsführer, die unübersichtliche Situation für den schnellen Abschluss neuer Verträge nutzen. Ziems soll erklärt haben, dass die Rechte an sein Unternehmen zurückfallen können, wenn das Insolvenzverfahren vor der WM eröffnet werde. In den verschiedenen Kirch Media-Forderungen sollen sowohl Rechte für die WM 2006 als auch für die Bundesliga enthalten gewesen sein.

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