Vertrag soll kommende Woche unterzeichnet werden: DB Capital Partners wird zerlegt

Vertrag soll kommende Woche unterzeichnet werden
DB Capital Partners wird zerlegt

Das Management von DB Capital Partners wird schon bald einen Großteil der außerbörslichen Beteiligungen der Deutschen Bank übernehmen. "Verkaufen" - egal zu welchem Preis, lautet zurzeit offenbar die Devise von Vorstandssprecher Josef Ackermann. In der Beteiligungsbranche hält man den Zeitpunkt für denkbar schlecht.

FRANKFURT/M. Die Deutsche Bank trennt sich von einem großen Teil ihres Private-Equity-Portfolio bei DB Capital Partners. Wie aus Verhandlungskreisen in London bekannt wurde, sollen die vornehmlich britischen und amerikanischen Direktbeteiligungen mit einem "Herauskauf" durch das Management (Management Buyout, MBO) von DB Capital Partners für 1,5 Mrd. Euro veräußert werden. Am werthaltigsten sind die Anteile am Freizeitparkbetreiber Center Parcs und am Kekshersteller United Biscuits. Außerdem gehören noch zahlreiche US-Technologiefirmen dazu.

Mehrere Finanzinvestoren machen die Mittel für den Herauskauf locker. Dazu gehören dem Vernehmen nach das niederländische Finanzhaus NIB, die Beteiligungsgesellschaft Harbour-Vest, die Familie Brenninkmeyer (C&A) sowie Pensionsfonds

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Wesentliche Teile des zur Disposition stehenden Portfolios kamen im Zuge der Übernahme von BankersTrust im Jahr 1998 zur Deutschen Bank. Das Institut bleibe nach dem Verkauf weiter mit 20 % an der neuen Gesellschaft beteiligt, hieß es in Verhandlungskreisen. Zukünftige Wertberichtigungen gingen dann nicht mehr direkt in die Bilanz. Eine solche Lösung wird von Vorstandssprecher Josef Ackermann seit Monaten favorisiert, ursprünglich sollte die Transaktion schon Ende Dezember abgeschlossen sein. Gestern war in London die Unterzeichnung des Vorvertrags vorgesehen, doch der Abschluss scheiterte in letzter Minute an Detailfragen. Nächster Termin sei der kommende Dienstag, hieß es in Bankkreisen.

Da der Kaufpreis etwa dem Buchwert der Beteiligungen entspreche, sei fraglich, ob die Deutsche Bank einen außerordentlichen Ertrag verbuchen kann. Der Teilverkauf hätte auch personelle Konsequenzen, da Europa-Chef Graham Glempson und der im Group Executive Committee für Corporate Investments zuständige Ted Virtue die Bank verlassen und die Leitung der neuen Gesellschaft übernehmen würden.

Parallel dazu laufen die Verhandlungen um den Verkauf des Kabelnetzbetreibers Telecolumbus, der als Einzelposten aus dem gesamten Portfolio herausgelöst wird. Auch hier strebt die Deutsche Bank einen Management Buyout an, jedoch sind auch Finanzinvestoren interessiert. In der Private Equity-Branche heißt es, zwei Konsortien lägen mit ihren Angeboten bei rund 500 Mill. Euro. Ein Konsortium umfasst BC Partners und den angelsächsischen Spezialfonds GMT, die zweite Bietergruppe soll sich aus Apax, Goldman Sachs und Providence zusammensetzen. Letztere hatten sich im Bieterkampf um die TV-Kabelnetze der Deutschen Telekom durchgesetzt und könnten so ihr Portfolio sinnvoll ergänzen. Das Mandat für die Transaktion habe die Deutsche Bank selbst, spätestens Ende März soll es zum Abschluss kommen.

Nach Abschluss beider Transaktionen verblieben bei DB Capital Partners noch Direktbeteiligungen von rund einer Mrd. Euro mit einem Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum. Dafür hat die Deutsche Bank noch keinen konkreten Plan. Intern wird diskutiert, ob der Branchenprimus nicht angesichts des zurückgedrehten Firmenkreditgeschäfts auf der Eigenkapitalseite sein Angebot ausweiten sollte. Während Ackermann die außerbörslichen Eigenkapitalbeteiligungen nicht mehr zum Kerngeschäft zählt, halten Investmentbanker dagegen, angesichts der schlechten Verfassung der Börsen entgehe hier ein Zukunftsgeschäft. Goldman Sachs etwa ist in Deutschland schon ein erfolgreicher Player.

Das Private Equity-Geschäft ist eine der Hausaufgaben, die Ackermann noch nicht erledigt hat. Seine Devise lautet seit Dezember "verkaufen, verkaufen, verkaufen" - offenbar zu fast jedem Preis. Denn in der Beteiligungsbranche ist man sich einig: einen schlechteren Zeitpunkt für den Ausstieg gibt es angesichts dramatisch gesunkener Unternehmensbewertungen kaum.

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