Vertrag soll über Sommer hinaus verlängert werden
Trainer in eigener Sache

Hans Meyer wehrt sich gegen den Eindruck, im Abstiegskampf resigniert und mit Hertha BSC abgeschlossen zu haben.

BERLIN. Nach drei Monaten hat Berlin Hans Meyer geschafft. Zumindest ein bisschen. Wer in diesen Tagen auf seinem Mobiltelefon anruft, erhält die Mitteilung: "Diese Nummer ist uns nicht bekannt." Drei Jahre lang hat Meyer als Trainer von Borussia Mönchengladbach seine Handynummer nicht gewechselt, wie es unter Berühmtheiten ganz normal ist. In Berlin aber hat es nur drei Monate gedauert, bis dem Trainer des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC der Rummel zu viel wurde. Angeblich ist sein Mobiltelefon kaputt gegangen.

In Wirklichkeit aber macht es Hans Meyer im Moment nicht besonders viel Spaß, der Öffentlichkeit Rede und Antwort zu stehen. Vom Witz vergangener Tage, der in Berlin anfangs so sehr geschätzt wurde, ist wenig geblieben. Meyer wirkt in diesen Tagen und Wochen, da seine Mannschaft im Abstiegskampf noch keine echten Fortschritte gemacht hat, häufig gereizt. Wenn er die Frage eines Journalisten für lächerlich hält, gibt er sich keine Mühe, das zu verbergen, und für lächerlich hält er inzwischen viele Fragen. Am Dienstag aber hat Meyer "ein Wort in eigener Sache" gesprochen und sich vehement dem zuletzt entstandenen Eindruck widersetzt, dass er im Abstiegskampf mit dem Tabellenvorletzten Hertha BSC bereits resigniert habe.

"Ich habe nicht gesagt, die Qualität der Mannschaft reicht nicht aus", sagte Meyer. Was er nach dem 1:1 gegen Hansa Rostock am vergangenen Samstag gesagt haben wollte, ist, dass die spielerische Qualität an diesem Tag und mit dieser - ersatzgeschwächten - Mannschaft nicht gereicht habe. "Die Qualität reicht doch ganz sicher aus, um in der Liga zu blieben. Sonst müsste ich aber sofort aufhören."

Die Irritationen, die sich daraus ergeben haben, sind insofern paradox, als Meyer noch nie so sehr die Folgen seiner Äußerungen mitgedacht hat wie in Berlin. Früher war Meyer nicht so kleinlich. Bei Borussia Mönchengladbach hat er einmal in einem Fernsehinterview über seinen brasilianischen Abwehrspieler Marcelo Pletsch gesagt: "Dem kann ich das Fußballspielen auch nicht mehr beibringen." Pletsch war übrigens trotz mangelnder fußballerischer Qualität Stammspieler unter Meyer, weil der dessen fehlende Fähigkeiten als Fußballer genauso einzuschätzen wusste wie die durchaus vorhandenen als Verteidiger.

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