Vertrag unterschriftsreif
Verhandlungspoker um Springer-Paket beendet

Für die Übernahme des 40-prozentigen Anteils der Kirch-Gruppe, Ismaning, an der Hamburger Axel Springer Verlags AG haben sich die beteiligten Banken Bankenkreisen auf eine Preisvorstellung geeinigt. Wie die BayernLB am Freitag in zwischen bestätigte, soll diese bei "knapp unter" 900 Mill. Euro liegen.

vwd/rtr FRANKFURT. Sowohl die Bankengruppe um die Commerzbank als auch die mit den Springer-Aktien nachrangig besicherte Bankengruppe hätten sich mit dieser Preisvorstellung einverstanden erklärt. Kirchs Hauptgläubiger, die BayernLB, stimmte ebenso wie die US-Investmentbanken Lehman Brothers und JP Morgan einer Übernahme des Aktienpakets zu. Die drei Institute hatten Kirch, dessen Kerngeschäft und PayTV-Sparte Insolvenz angemeldet haben, den riskanten Einstieg in die Formel 1 für 1,6 Milliarden Dollar finanziert. Der Springer-Anteil dient als nachrangige Sicherheit für diese Kredite, deshalb müssen die Banken einer Verwertung zustimmen.

Formel-1-Banken im Konsortium

Die Formel-1-Banken seien im Konsortium, die genauen Quoten stünden aber noch nicht fest, sagte ein Sprecher der BayernLB am Freitag. "Die drei Banken haben einer Übernahme des 40-prozentigen Anteils zugestimmt und werden sich auch an der später geplanten Platzierung der Aktien an der Börse beteiligen", sagte ein BayernLB-Sprecher. Sicher sei zudem, dass Friede Springer ihren Anteil am Verlagshaus um rund fünf Prozentpunkte auf 55 Prozent erhöhen werde.

Vertragsabschluss in Kürze erwartet

Für Freitag wird aber noch kein Abschluss erwartet. Laut Commerzbank wird es aber in der in der kommenden Woche zu einer Lösung für die Übernahme des Kirch-Anteils am Axel Springer Verlag durch das Bankenkonsortium kommen. "Wir haben noch keine Einigung, verhandeln aber weiter und sind zuversichtlich, in der nächsten Woche eine Lösung zu präsentieren", sagte ein Commerzbank-Sprecher. Zuvor hieß es, die Beteiligungsquoten bei der Übernahme des Springer-Pakets seien noch nicht festgelegt. Zweites Problem sei, dass es sich bei dem Anteil um vinkulierte Namensaktien handele. Für die in drei Jahren anvisierte Börsenplatzierung des Anteils sei aber eine Aufhebung dieser Beschränkung notwendig. Momentan ziere sich Springer hier aber noch.

Der Kredit der Deutschen Bank von 720 Mill. Euro, der am Berichtstag fällig wird, ist mit dem 40-prozentigen Anteil Kirchs an Springer besichert. Das Institut kann somit ab Fälligkeitszeitpunkt die Besicherung einfordern, wofür Kirch dann sieben Tage Zeit hat. Danach muss noch den nachrangig besicherten Banken eine weitere Frist von fünf Tagen eingeräumt werden. "Es sind noch zwölf Tage Zeit, daher ist der Zeitdruck nicht allzu groß", betonte ein Bankenvertreter mit Blick auf die Verhandlungen.

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