Vertrauen der Industrie deutlich gestiegen
EZB sieht Konjunktur auf Erholungskurs

Die Konjunktur im Euro-Raum ist nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank auf Erholungskurs. Zwar bestehe wegen des zuletzt kräftigen Ölpreisanstiegs noch Ungewissheit über den genauen Verlauf der Erholung. Doch mehrten sich die positiven Anzeichen, erklärten die Währungshüter in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht.

WiWo / AP / Frankfurt/Main. Die EZB wies vor allem auf das deutlich gestiegene Vertrauen der Industrie im ersten Quartal hin. Auch auf dem Arbeitsmarkt scheine sich eine Wende anzudeuten.

Die EZB berichtet von gestiegenen Beschäftigungserwartungen in den meisten Wirtschaftssektoren. Nach Einschätzung der Experten erreichte die wirtschaftliche Entwicklung Ende 2001 ihren Tiefpunkt. Die in den vergangenen Wochen eingegangenen Indikatoren lieferten nun Hinweise auf die steigende Erwartung eines Wirtschaftsaufschwungs im Jahresverlauf.

Mehrere Faktoren dürften zu der Erholung beitragen. Dabei verwiesen die Experten unter anderem auf die trotz des aktuellen Ölpreisanstiegs im Jahresverlauf erwarteten niedrigen Inflationsraten sowie die günstigen Finanzierungsbedingungen im Euro-Raum.

Ausschlaggebend für die Konjunkturschwäche im vergangenen Jahr war den Angaben zufolge vor allem die Entwicklung in der Industrie. Die Produktion sank im letzten Quartal 2001 um 1,8 Prozent gegenüber dem Vierteljahr zuvor. Im Dezember und im Januar 2002 sei die Produktion jedoch wieder gestiegen. Die Zuversicht in der Industrie nahm laut einer Branchenumfrage der EU-Kommission im März deutlich zu. Das Verbrauchervertrauen blieb den Angaben zufolge im März dagegen unverändert, nachdem es im Februar zugenommen hatte.

Auch auf dem Arbeitsmarkt gebe es erste Anzeichen für eine Belebung. Umfragen vom März deuteten für das erste Quartal auf eine verbesserte Beschäftigungsentwicklung im verarbeitenden Gewerbe hin, hieß es im Monatsbericht. Im Dienstleistungssektor stiegen die Beschäftigungserwartungen den vierten Monat in Folge. Im Bau ging es dagegen weiter abwärts.

Insgesamt ließen die Erwartungen und die zeitlich verzögerten Auswirkungen der konjunkturellen Abschwächung allerdings weiter darauf schließen, dass der Beschäftigungszuwachs zu Beginn des Jahres nur gering ausgefallen sei.

Die deutsche Konjunktur befindet sich nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen allerdings erst in der Frühphase einer Trendwende. Während das Geschäftsklima seit Monaten ansteige, sei bei der aktuellen Auftragslage noch keine Besserung festzustellen.

Wirtschaftswachstum in Euroland Ende 2001 rückläufig

Das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften, Eurostat, berichtete unterdessen, das Bruttoinlandsprodukt in der Euro-Zone sei im vierten Quartal 2001 um 0,2 Prozent gefallen. Auch in den 15 EU-Staaten ging es zurück, aber nur um 0,1 Prozent. Im Verlauf des gesamten Jahres 2001 stieg das BIP in der Eurozone um 1,5 Prozent und in der EU um 1,6 Prozent, nach jeweils 3,3 Prozent für beide Gebiete im Jahr 2000, wie die Statistiker berichteten.

Unter allen Wirtschaftszweigen wies die Industrie im vierten Quartal mit einem deutlichen Rückgang von 1,6 Prozent in der EU und der Euro-Zone die geringste Wachstumsrate auf. Das höchste Wachstum wurde im Bereich unternehmensbezogen und Finanzdienstleistungen beobachtet mit plus 0,6 Prozent in der Euro-Zone und plus 0,3 Prozent in der EU.

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