Vertrauensabstimmung bleibt ohne Wirkung
Dax bleibt im Aufwärtstrend

Die deutschen Aktienmärkte haben am Freitag unbeeinflusst von der Vertrauensabstimmung im Bundestag ihre freundliche Tendenz fortgesetzt, was Händler mit Hoffnungen auf eine baldige Konjunkturerholung begründeten.

Reuters FRANKFURT. Der Vertrauensbeweis für Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) durch die Regierungsparteien habe nur eine untergeordnete Rolle gespielt, sagten Händler. "Das war keine Überraschung und interessiert den Markt nicht besonders", hieß es. Neben den Hoffnungen auf eine bessere Konjunkturentwicklung im nächsten Jahr verwiesen Händler auf die hohe Liquidität, die dadurch und wegen der gesunkenen Attraktivität anderer Finanzanlagen stärker in den Aktienmarkt fließe.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schmälerte allerdings im Sog nachgebender US-Börsen seine Gewinne und nahm ein Plus von 1,1 Prozent auf 5062 Punkte mit ins Wochenende. Zuvor war er um mehr als zwei Prozent gestiegen.

Börsianer sagten zum Handelsverlauf, es gebe weiterhin liquiditätsgetriebene Käufe der Fondsgesellschaften. "Vor dem Wochenende kehrt ein wenig Ruhe ein. Das ist aber noch immer eine liquiditätsgetriebene Hausse. Der Anleihemarkt ist zurzeit im Vergleich zu Aktien einfach uninteressant", sagte Christian Schmidt von der Helaba.

Die Vertrauensabstimmung für Bundeskanzler Schröder blieb am deutschen Aktienmarkt ohne sichtliche Auswirkung. Bereits zuvor hatten Händler gesagt, die Entscheidung sei erwartet worden, und ohnehin habe so eine politische Entscheidung langfristig keine große Auswirkung auf die Börse. Der Bundestag hatte am Mittag mehrheitlich dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zugestimmt, den der Kanzler mit der Vertrauensfrage gekoppelt hatte.

Chemiewerte profitierten vom niedrigen Ölpreis

Deutlich fester notierten die Chemiewerte, was Händler unter anderem auf einen niedrigen Ölpreis und den Verfall von Optionen am Freitag zurückführten. Die Aktien von Degussa stiegen um 4,2 Prozent auf 27,35 Euro, die von BASF gewannen 4,2 Prozent auf 42,01 Euro. Die Bayer-Aktie führte die Gewinnerliste mit einem Wertzuwachs von mehr als sieben Prozent auf 363,57 Euro an. Der Kurszuwachs hänge unter anderem mit dem Abkommen mit GlaxoSmithKline zur Vermarktung des Bayer-Potenzmittels Vardenafil zusammen, sagte Oliver Hauer, Aktienhändler bei M.M. Warburg. Der Dow-Jones-Stoxx-Index für die europäischen Chemiewerte notierte um 2,6 Prozent fester.

Die Papiere von MAN gewannen knapp ein Prozent auf 24,12 Euro an Wert, nachdem die Titel bereits an den beiden Vortagen zusammen um rund 16 Prozent zugelegt hatten. Nach Angaben aus Branchenkreisen hat MAN Interesse an den Anteilen des schwedischen Lkw-Herstellers Scania.

Die Aktien von Volkswagen und Daimler-Chrysler legten um drei beziehungsweise knapp zwei Prozent zu. Zu den Auto-Werten sagte ein Händler, das könne im Zusammenhang mit dem Optionsverfall am Freitag stehen. "Mein Eindruck ist, dass vor dem Verfall noch einige sich eindecken müssen", sagte er. An der Terminbörse Eurex verfallen am Freitagabend Aktienoptionen. In der Regel seien vor den Verfallsauktionen hohe Volatilitäten erkennbar, sagte ein Händler. Am Mittag liefen bereits Optionen auf den Dax aus.

Auf der Seite der Kursverlierer standen die Papiere des Chip-Herstellers Infineon, die sich um 1,3 Prozent auf 23,15 Euro verbilligten. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Titel seit Dienstag um rund 15 Prozent an Wert zugelegt hatten.

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