Vertrauensbildendes Signal
Positives Echo auf Zinssenkung

Einhellig positiv haben Vertreter von Wirtschafts- und Bankenverbänden auf die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag reagiert. "Die Leitzinssenkung ist ein wichtiges vertrauensbildendes Signal für Verbraucher und Investoren", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski. Von der geldpolitischen Seite stehe einer konjunkturellen Belebung nun nichts mehr im Wege.

vwd BERLIN. Wegen des dadurch verringerten Zinsgefälles gegenüber den USA könne der Euro wieder zu einem Niveau zurückfinden, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie unterstütze. "Nun müssen wir unsere politischen Hausaufgaben machen", forderte der BDI-Präsident. Ein erster Schritt zu den notwendigen Strukturreformen sei es, die Agenda 2010 jetzt schnell umzusetzen. Aus Sicht des Hauptgeschäftsführers des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, hat die EZB "zu Recht den zinspolitischen Spielraum ausgeschöpft".

Die konjunkturellen Effekte des Zinsschrittes schätzt der DIHK jedoch gering ein. Die Ursachen der wirtschaftlichen Misere in Deutschland beständen weiter, sagte Wansleben. Die tiefsitzende Verunsicherung bei Verbrauchern und Investoren könne nur durch "mutige Strukturreformen" beseitigt werden. Als "situationsgerecht" bezeichnete der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) die Leitzinssenkung. Die EZB habe damit auch deutlich gemacht, dass sie eventuell aufkommenden Deflationsgefahren in Teilen des Euroraumes rechtzeitig entgegenwirken wolle.

Wesentliche Impulse für die Konjunktur seien von der Zinssenkung aber nicht zu erwarten. Die Geldpolitik könne die Konjunktur allenfalls stützen, erklärte der BVR. Die Leitzinssenkung sei die richtige Maßnahme zum richtigen Zeitpunkt, sagte Holger Berndt, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Letzlich habe der feste Euro den Spielraum für die Zinssenkung geschaffen, auch wenn er nicht das unmittelbare Ziel der Maßnahme sei.

Auch Berndt warnte davor, eine allzu starke realwirtschaftliche Belebung von diesem geldpolitischen Schritt zu erwarten. "Das bereits sehr niedrige Zinsniveau war und ist nicht das Hindernis für die so stark gedrückten Investitionen", sagte Berndt. Die Geldpolitik habe ihren Beitrag geleistet. Mehr Impulse seien erst bei Umsetzung der dringend gebotenen Strukturreformen zu erwarten.

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