Vertrauenskrise
Bundesbank sieht Rückschlag für Aktienkultur

Die Aktienkultur in Deutschland hat durch die Börsenkrise und zahlreiche Unternehmensskandale schwer gelitten. Die Pläne der Bundesregierung zur Besteuerung von Kapitalerträgen drohten dies noch zu verschärfen, sagte der Vizepräsident der Deutschen Bundesbank, Jürgen Stark, am Mittwoch auf dem Finanzmarkt- Forum 2002 in Luxemburg. "Die Aktienmärkte leiden an einer ausgeprägten Vertrauenskrise, deren Überwindung einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte."

dpa FRANKFURT/MAIN. Es sei aber ermutigend, dass sich das europäische und globale Finanzsystem trotz vieler Belastungen als erstaunlich robust erwiesen habe. Das betonte Stark im Hinblick auf die Finanzkrisen in Lateinamerika, der Türkei, der Telekommunikations- und Medienbrache sowie der Bilanzskandale. Als Gründe für die Stabilität nannte er die sich abzeichnende Erholung der Weltkonjunktur und die mittelfristige Ausrichtung der Geld und Fiskalpolitik. Außerdem sei das "aufgestaute Korrekturpotenzial auf den Aktienmärkten mittlerweile auf den meisten Finanzplätzen deutlich abgebaut worden".

Als Konsequenz aus den Bilanzskandalen forderte er eine bessere Kontrolle innerhalb der Unternehmen. Es sei sinnvoll, dort die hierarchischen Kontrollmechanismen zu stärken. Als positive Beispiele nannte er die Trennung zwischen Management und Aufsicht sowie die gemeinsame Verantwortung des Vorstands für die Unternehmensführung in Deutschland.

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