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Vertrauenskrise in Russland lässt Osteuropa-Investoren kaltDPA-Datum: 2004-07-13 11:46:35

(dpa-AFX) Frankfurt - Die Unruhe am russischen Kapitalmarkt auf Grund der Yukos-Affaire < Yusa.MUN > lässt Investoren in Osteuropa kalt. Die Situation in Russland könne nicht mit den neuen EU-Mitgliedstaaten verglichen werden, begründet Fondsanalyst Kai Wiecking von Morningstar das anhaltende Interesse an den osteuropäischen Kapitalmärkten. "Im Fall Yukos handelt es sich um eine persönliche Fehde zwischen dem russischen Regierungschef Putin und dem ehemaligen Yukos-Chef Michail Chodorkowski", sagt er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa-AFX. "So eine Situation kann man sich bei den neuen EU-Staaten wie Tschechien und Ungarn schwer vorstellen." Diese Länder hätten eine gefestigte demokratische Grundordnung.

(dpa-AFX) Frankfurt - Die Unruhe am russischen Kapitalmarkt auf Grund der Yukos-Affaire < Yusa.MUN > lässt Investoren in Osteuropa kalt. Die Situation in Russland könne nicht mit den neuen EU-Mitgliedstaaten verglichen werden, begründet Fondsanalyst Kai Wiecking von Morningstar das anhaltende Interesse an den osteuropäischen Kapitalmärkten. "Im Fall Yukos handelt es sich um eine persönliche Fehde zwischen dem russischen Regierungschef Putin und dem ehemaligen Yukos-Chef Michail Chodorkowski", sagt er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa-AFX. "So eine Situation kann man sich bei den neuen EU-Staaten wie Tschechien und Ungarn schwer vorstellen." Diese Länder hätten eine gefestigte demokratische Grundordnung.

Dem beim Kreml in Ungnade gefallenen Großindustriellen Chodorkowski wird Betrug und Steuerhinterziehung zur Last gelegt. Der Fall Yukos sei eine spezifisch russische Angelegenheit, von der die osteuropäischen Märkte sogar profitieren könnten, sagt Odeniyaz Japarov, Portfoliomanager des "Nestor Osteuropa Fonds". "Diejenigen Investoren, die von Russland enttäuscht sind, werden möglicherweise ihr Geld in Länder wie Ungarn, Polen und Tschechien umschichten."

Auch Fondsmanagerin Elke Schöppl von Union Investment betont: "Die Krise um Yukos ist ein Sonderfall." Die russische Börse sei derzeit von hohen Kursschwankungen geprägt; der Gesamtmarkt dürfte sich aber bei etwas mehr Klarheit wieder entspannen.

'Unternehmen IN Polen GUT Positioniert'

Für Fondsmanager Japarov kommt die Affäre Yukos nicht überraschend. "In Russland muss man immer mit dem Ungewöhnlichen rechnen", sagt er. "Entscheidend ist, dass sich nichts Grundlegendes ändert. Das wäre für das Anlegervertrauen katastrophal." Der Fondsmanager setzt in seinem Portfolio weiter auf Russland, aber auch auf den polnischen Kapitalmarkt. "Die polnischen Unternehmen mussten in schlechten wirtschaftlichen Zeiten umstrukturieren und können nun davon profitieren", argumentiert er.

Zu den Osteuropa-Favoriten des Experten Wiecking vom Fondsanalyse-Haus Morningstar gehören Ungarn und Slowenien. Trotz spezifischer Probleme habe Ungarn wegen der politischen Stabilität besonders gute Aussichten, sagt er. "Aber auch Slowenien ist sehr interessant, weil das Land in Puncto Marktwirtschaft im Vergleich zu den klassischen Warschauer-Pakt-Ländern einen Vorsprung hat."

Bei Osteuropa-Fonds haben laut Wiecking die kleinen Investmenthäuser die Nase vorn. So zählten der "Griffin Eastern European" (Isin: Ie0002787442) und der "Magna Eastern European" (Ie0032812996) zu den erfolgreichsten Osteuropa-Fonds. "Der Wert beider Fonds hat sich über fünf Jahre mehr als verdoppelt."

'Unsicherheit IST Gift FÜR DIE Kapitalmärkte'

Auf den Yukos-Konflikt reagiert die Investmentbranche indes verärgert. "Yukos hat die Unsicherheit in Russland erhöht und das ist immer Gift für die Kapitalmärkte", sagt Japarov. "Die Investoren brauchen daher so schnell wie möglich eine Lösung dieser Affäre." Fondsanalyst Wiecking kritisiert: "Der Fall Yukos ist eine Schmierenkomödie. Putin scheinen persönliche Rachefeldzüge wichtiger zu sein als das Interesse der Investoren." Daher sei die Sorge der Fondsbranche, dass das Vertrauen der Investoren in Russland nachhaltig geschädigt werde, berechtigt.

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