Vertrauensverlust am Neuen Markt
Deutsche Bank: Erholung bei Börsengängen braucht Zeit

Die Flaute im Geschäft mit Börsengängen (IPOs) wird nach Einschätzung der Deutschen Bank noch einige Monate anhalten.

mm FRANKFURT/M. "Im dritten und vierten Quartal werden wir nicht mehr all zu viele Neuemissionen sehen", prognostizierte Georg Hansel, Managing Director der Deutschen Bank, gestern auf einer Veranstaltung der Unternehmensberatung McKinsey.

Vor allem der Neue Markt habe nach dem massiven Kursverfall der vergangenen Monate viel Vertrauen verloren. "Die Erfolgsgeschichte des Wachstumssegments ist erst einmal Vergangenheit", sagte Hansel. Bis Ende 2001 erwartet er am Neuen Markt nur noch vier bis fünf größere Börsengänge mit einem Volumen von mehr als 30 Mill. . Mit einer "Normalisierung" des Geschäfts mit Neuemissionen rechnet Hansel erst im kommenden Jahr.

Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg kamen in Europa in den ersten sechs Monaten 2001 neue Aktien im Wert von 50 Mrd. $ an die Börse. Damit hat sich das Volumen im Vergleich zum Rekord des ersten Halbjahres 2000 halbiert. Gegen eine rasche Erholung des IPO-Geschäfts spricht laut Hansel das trotz der Kursrückgänge noch immer "optimistische" Bewertungsniveau an den Aktienbörsen. Daher bestehe bei einer Verschlechterung der Konjunkturentwicklung noch weiteres Rückschlagspotenzial. Bevor die Anleger wieder Vertrauen fassten, müssten die Unternehmen zeigen, dass sie die Ertragswende geschafft hätten und ihre Gewinne wieder stiegen.

Auf Grund des schwierigen Umfelds konzentrierten sich die Investoren derzeit vor allem auf Zweitplatzierungen, erläuterte Hansel. Gute Chancen, Aktien am Markt unterzubringen hätten im Moment vor allem Unternehmen, die auf eine lange Börsengeschichte und schwarze Zahlen verweisen könnten. Dieser Trend sei nicht nur in Europa, sondern auch in den USA zu beobachten.

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