Vertrauliche Daten an Kriminelle verkauft
USA: Betrugsskandal mit 30 000 Opfern aufgedeckt

US-Fahnder haben einen Betrügerring zerschlagen, der 30 000 Amerikaner um mehrere Mill. Dollar betrogen hat. Drei Männer wurden überführt, die vertraulichen Daten von zehntausenden Menschen gestohlen und für je 60 $ an Kriminelle verkauft zu haben.

HB/dpa NEW YORK. Diese bestellten im Namen der Opfer und mit deren Kreditkartenangaben Waren, arrangierten Kredite und plünderten Konten. Der Schaden werde auf mindestens 2,7 Mill. $ (rund 2,7 Mill. Euro) geschätzt, teilte Staatsanwalt James Comey am Montag (Ortszeit) in New York mit. Es handele sich um den größten Betrugsfall mit vertraulichen Daten in der US-Geschichte.

"Wir wissen bereits von rund 30 000 Opfern, und die Zahl steigt jeden Tag", sagte Comey. "Diese Männer haben mit ein paar Computeranschlägen zehntausenden Amerikanern in die Tasche gegriffen, und ihnen dabei die Identität und das Geld geraubt."

Einer der Täter arbeitete für die Softwarefirma TCI, die Banken und anderen Kreditgebern hilft, bei Agenturen Informationen über die Kreditwürdigkeit von potenziellen Kunden zu erfragen. Philip Cummings (33) kopierte dort vertrauliche Daten wie Konto- und Kreditkartennummern. Im Auftrag von anderen Betrügern suchte Cummings gezielt nach Daten bestimmter Personen, von denen die Betrüger sich auf anderen Wegen etwa die in den USA zur Identifizierung jedes Bürgers wichtige Sozialversicherungsnummer beschafft hatten.

Mit seinem Komplizen Linus Baptiste (43) verkaufte er die Datenpakete für je 60 $ an die Betrüger. Diese nutzten die Angaben, um die Bankkonten der Opfer zu plündern, in deren Namen neue Konten zu eröffnen und Hunderttausende $ Schulden zu machen.

Baptiste und Hakeem Mohammad (37) waren im Oktober verhaftet und wegen Betrugs angeklagt worden. Baptiste verriet seinen Komplizen in der Softwarefirma. Cummings stellte sich am Montag der Polizei.

In den USA heißt das Delikt Identitätsdiebstahl. Die Betrüger geben sich als ihr Opfer aus und weisen sich mit den Daten selbst bei der Polizei aus, wenn sie festgenommen werden. Den unbescholtenen Bürgern flattern Mahnungen und Gerichtsvorladungen ins Haus. Die Unschuld zu beweisen dauert oft monatelang. Erleichtert wird dies dadurch, dass es keinen Personalausweis gibt und für viele Transaktionen nur die Sozialversicherungsnummer als Kontrolle verlangt wird.

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