Vertreter der Kapitalseite wollen Aufsichtsratschef der Telekom absetzen
Sommer darf hoffen – Winkhaus muss bangen

Der Streit um die Führung der Deutschen Telekom erschüttert nach der Position des Vorstandschefs Ron Sommer nun auch die des Aufsichtsratsvorsitzenden Hans-Dietrich Winkhaus.

slo/sm BERLIN/DÜSSELDORF. Mindestens vier der 20 Aufsichtsräte wollen Winkhaus heute den Rücktritt nahe legen, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Aufsichtsrats. Die vier Telekom-Aufseher gehören zu den Vertretern der Kapitalseite und wenden sich auch dagegen, dass Technik-Vorstand Gerd Tenzer als Kompromisskandidat heute im Aufsichtsrat zum Nachfolger Sommers gewählt wird. Dadurch bekommt der Kampf um die Zukunft des Unternehmens eine ganz neue Dimension: Während die Chancen Sommers, zumindest vorläufig an der Spitze des Unternehmens zu bleiben, steigen, könnte es stattdessen den Mann treffen, der Sommers Ablösung betrieb. Denn die zehn Telekom-Aufsichtsräte der Arbeitnehmerseite halten zu Sommer und gelten ebenfalls als Gegner von Winkhaus.

Vertreter der Kapitalseite werfen dem ehemaligen Henkel-Chef jetzt vor, den geplanten Machtwechsel dilettantisch vorbereitet zu haben. Winkhaus habe sich ohne Not auf die Einmischung von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Finanzminister Hans Eichel (beide SPD) eingelassen. "Beim ersten Anlauf von Schröder hätten wir uns jede Einmischung der Politik verbieten müssen", hieß es in Kreisen des Aufsichtsrates. Die Kritiker halten die Lage für so verfahren, dass eine Lösung "nur noch darin bestehen kann, dass Herr Winkhaus zurücktritt und damit eine Entscheidung gegen Sommer jetzt nicht fällt", erfuhr das Handelsblatt. Ein Nachfolger für Winkhaus müsse noch gefunden werden.

Die Personaldiskussion belastete gestern die Telekom-Aktie. Sie verlor zeitweise 12 %.

Quelle: Handelsblatt

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