Vertriebskooperation mit Hypo-Vereinsbank soll ausgebaut werden – Düsseldorfer Ergo-Tochter will stärker als der Markt wachsen
Victoria setzt auf betriebliche Altersvorsorge

Die zur Ergo AG-Versicherungsgruppe gehörenden Victoria-Gesellschaften wollen in 2002 erneut ein Beitragswachstum über dem Markt erzielen. Die Sparten Leben und Kranken sollen um je 6 % zulegen, das Sachversicherungsgeschäft um 3 %, sagte gestern bei der Bilanzvorlage der Vorstandsvorsitzende der Victoria Versicherung, Horst Döring.

cd DÜSSELDORF. Für den Markt werden Zuwachsraten von 5 % im Bereich Leben, sowie von 4,5 % bei der Kranken- und 2,5 % bei der Sachversicherung erwartet.

Unzufrieden ist Michael Rosenberg, Vorstandsvorsitzender der Victoria Leben, mit dem schleppenden Start bei der staatlich geförderten Altersvorsorge. Bis Ende 2001 hatten erst 1,5 von 31 Mill. Förderberechtigten einen Vertrag abgeschlossen. Zufrieden stimmt Rosenberg dagegen der Marktanteil seines Hauses von zwölf Prozent an Riester-Produkten - Platz drei hinter der Allianz und AMB. Bis gestern hatte die Victoria 215 000 Riester-Policen verkauft, Ende 2001 waren es 174 000.

Impulse für das Neugeschäft erwartet Rosenberg vor allem von den betrieblichen Altersvorsorgeangeboten im Rahmen der Riester-Rente. Jedes zweite Top-100-Unternehmen in Deutschland sei hier Kunde der Victoria, darunter etliche Neukunden wie Karstadt-Quelle, Microsoft oder IBM. "Das Riester-Geschäft öffnet uns viele Türen", sagte Rosenberg. Insgesamt will die Victoria bis Ende 2002 im privaten und betrieblichen Riester-Geschäft 1,5 Mill. Policen absetzen.

Verdienen will das Unternehmen mit diesen Verträgen in sechs bis sieben Jahren. Nach Berechnungen der Victoria werfen die Riester-Policen damit nach einer ähnlichen Frist Profit ab wie klassische Lebensversicherungen. Andere Häuser rechnen erst in zehn bis fünfzehn Jahren mit Gewinnen aus dem Geschäft.

Ausbauen wollen die Düsseldorfer den Vertriebskanal Hypo-Vereinsbank (HVB), eine Vertriebskooperation die sich laut Rosenberg bewährt hat. Insgesamt flossen der Victoria 2001 Bestandsbeiträge von 420 Mill. aus dem HVB-Geschäft zu, ein Plus von 15 %. Mittelfristig sollten über die HVB-Filialen 40 % der Lebenversicherungen verkauft werden, sagte Rosenberg. Derzeit ist es rund jede dritte Police.

Wie andere Versicherer habe die Victoria nach dem 11. September den Terrorschutz im Industriegeschäft bei Policen von mehr als 50 Mill. gestrichen, sagte Döring. Anders als bei Konkurrenten seien die Kapazitäten für Industriekunden und Gewerbetreibende nicht verknappt worden. Die Victoria werde wegen anziehender Prämien deutlich mehr Industriegeschäft zeichnen, nachdem sie in den vergangenen Jahren ihre Kapazitäten nicht ausgeschöpft habe. 2001 seien die Beitragseinnahmen mit 5,2 % auf 6 Mrd. in der Gruppe stärker gewachsen als der Markt. Die Victoria Leben erreichte bei Beitragseinnahmen von 2,1 Mrd. (plus 2,8 %) ein Ergebnis auf Vorjahresniveau von 27 Mill. . Durch Umbuchung von Wertpapieren aus dem Umlauf- ins Anlagevermögen seien Abschreibungen in Höhe von 250 Mill. vermieden worden, hieß es.

Die Victoria Kranken erzielte bei Beitragseinnahmen von 452 Mill. (plus 7,5 %) einen Überschuss von 6 (8) Mill. . Bei der Victoria Versicherung stiegen die Beitragseinnahmen um 4,4 % auf 1,29 Mrd. . Die kleineren Gesellschaften Victoria Rück und D.A.S Rechtschutz berichten von einem Jahresüberschuss von 5 (6) Mill. und 4 (24) Mill. .

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