Verunsicherte Anleger
Verluste von Technologieaktien drücken Dax ins Minus

Die deutschen Aktien haben zum Wochenende überwiegend Kursverluste verbucht. Unsicherheits über Konjunktur- Nachrichten aus den USA sowie schwächelnde Technologieaktien drückten am Nachmittag sowohl die Standardwerte im Dax als auch den Neuen Markt ins Minus.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der DAX verlor zum frühen Abend 0,34 auf 5758 Punkte. Der NEMAX 50 fiel um 2,74 % auf 1227 Punkte. Der MDAX der 70 mittelgroßen Werte gab 0,13 % auf 4704 Zähler ab.

Die Kursverluste im Technologiesektor führten Aktienhändler vor allem auf Gewinnmitnahmen und schlechte Vorgaben der Wall Street zurück. Nach den zum Teil kräftigen Gewinnen in den vergangenen Tagen sei die Zeit für eine Korrektur reif gewesen, sagte ein Händler in Frankfurt. Im Wochenvergleich konnte der Nemax 50 mit einem Plus von mehr als 11 % aber noch deutlich zulegen.

Die stärksten Kursverluste im Dax erlitten Infineon, die 4,44 % auf 28,38 ? einbüßten. Die Aktien des Mutterkonzerns Siemens gerieten nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" über den angeblich geplanten Abbau weiterer 5000 Stellen in der Netzwerk-Sparte unter Druck und verloren 1,56 % auf 64,38 ?. Das Unternehmen bezeichnete die Zahl als "reine Spekulation", bekräftigte jedoch den grundsätzlich möglichen Abbau weiterer Arbeitsplätze zusätzlich zu den bereits genannten 10 000 Stellen.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörten Metro. Die Aktien des Handelskonzerns legten 3,23 % auf 46,04 ? zu und waren damit zum Wochenausklang die unangefochtene Nummer Eins unter den Standardwerten. Marktbeobachter führten die Kursgewinne vor allem auf die am Dienstag vorgelegten guten Halbjahreszahlen zurück. Angesichts der heutigen Schwäche der Technologiewerte sei Metro ein "sicherer Hafen", fügte ein Händler hinzu.

BMW setzt Kursantieg fort

Bei den Autoaktien setzten BMW ihren Kursanstieg vom Vortag fort, während VW und Daimler-Chrysler verloren. BMW verbuchten ein Plus von 1,12 % auf 40,80 ?. Der Münchener Autobauer habe diese Woche überzeugende Absatzzahlen präsentiert, sagten Händler. Die Volkswagen-Aktie büßte hingegen 1,22 % auf 52,65 ? ein. DaimlerChrysler verloren trotz guter weltweiter Absatzzahlen der Mercedes-Benz-Sparte 1,53 % auf 54,01 ?.

Eine mögliche Verteuerung des Kaufs von Aventis CropScience hat den Kurs von Bayer leicht belastet. Die Aktie verlor 0,13 % auf 45,60 ?. "Die Agrarchemiesparte von Aventis hat sich gut entwickelt, da könnte sich der Kauf für Bayer verteuern", sagte Klaus Kis, Analyst bei Merck Finck.

Zwiespältige Meldungen aus den USA

Aus den USA wurde am Freitag einerseits ein schwächerer Anstieg der Arbeitslosigkeit gemeldet als erwartet. Die Arbeitslosenquote blieb im Juli bei 4,5 %, während Beobachter einen Anstieg auf 4,7 % erwartet hatten. Dagegen ging der Einkaufsmanagerindex für das nicht-verarbeitende Gewerbe stärker als erwartet zurück. Die Marktteilnehmer seien durch diese zwiespältigen Meldungen verunsichert gewesen, hieß es an der Börse.

In New York verzeichneten die wichtigsten Indizes deutliche Kursverluste. Das Industriewerte-Barometer Dow Jones fiel um 0,86 % auf 10 461 Punkte und der Composite Index der Technologiebörse NASDAQ verlor 1,41 % auf 2058 Zähler. Die europäischen Börsen Paris und London lagen ebenfalls im Minus. Der EuroStoxx 50 sank um 0,83 % auf 4033 Punkte.

Der Bund Future legte 0,1 % auf 108,16 Punkte zu. Der Rentenindex REX lag unverändert bei 112,77 Punkten. Die Umlaufrendite wurde unverändert bei 4,79 % festgestellt.

Der Euro legte zu. Am späten Nachmittag wurde die europäische Gemeinschaftswährung für 0,8851 $ gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,8806 (Donnerstag: 0,8788) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2210 (2,2256) DM.

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