Verunsicherung in der polnischen Grenzstadt
Hoffnungen und Ängste in Slubice

Zahlreiche Bürger des polnischen Slubice blicken mit Hoffnung und Sorge auf den 1. Mai. Mit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union wird sich vieles für sie ändern, meinen nicht wenige in der gegenüber von Frankfurt (Oder) liegenden Stadt. "Es gibt immer noch viele Ängste im Zusammenhang mit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union", erklärt Slubices Bürgermeister, Ryszard Bodziacki. Vor allem befürchten die Menschen einen Anstieg des Preisniveaus und der Lebenshaltungskosten.

HB SLUBICE/FRANKFURT (ODER). Besonders Einzelhändler haben Sorge, nicht mit den EU-Produkten konkurrieren zu können. Er habe Angst vor einer automatischen Angleichung der Lebensmittelpreise an das EU-Niveau schon kurz nach dem 1. Mai, was viele seiner polnischen Kunden verprellen würde, sagt Obst- und Gemüsehändler Kazimierz Wozniak. Er betreibt einen Laden in der Haupteinkaufsstraße. "Die großen Supermärkte werden damit schon zurechtkommen, aber wir Kleinen werden noch zu leiden haben."

Gedrückte Stimmung herrscht auch bei Zollagenturen und Speditionsfirmen, die im gesamten Grenzgebiet ansässig sind. "Für diese Firmen und ihr Personal ist Polens EU-Beitritt mit vielen Entlassungen, teilweise sogar Schließungen verbunden", meint Bodziacki. Einige Unternehmen werden wohl an die neue EU-Außengrenze abwandern und so ein paar Hundert Arbeitsplätze nach dort verlagern. Die verbleibenden Firmen jedoch stünden spätestens nach dem 1. Mai vor der Abwicklung. Durch den Beitritt werde die Arbeitslosigkeit in Slubice und dem Umland zunächst steigen, ist sich Bodziacki sicher.

Mit Bedenken blicken die Polen auch auf den europäischen Arbeitsmarkt, zu dem sie nach dem 1. Mai weiterhin nur begrenzt Zugang haben. Noch können sie sich nicht sofort auf Arbeitssuche in die EU aufmachen. Dies möchte ihnen Frankfurts Oberbürgermeister, Martin Patzelt (CDU), erleichtern. Er schlug vor, in bestimmten Einzelfällen Ausnahmen zuzulassen. "Ich bin froh, dass Oberbürgermeister Patzelt eine so polenfreundliche Politik betreibt", lobt sein polnischer Amtskollege. Er selbst wolle sich bemühen, dass EU-Gesetze, die ungünstig für die Deutschen und Polen in der Grenzregion sind, überwunden werden können.



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