Verunsicherung rechtschaffener Bürger befürchtet
Bankenverband gegen Abschaffung des Bankgeheimnisses

ddp BERLIN. Der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) hat sich gegen die Abschaffung des Bankgeheimnisses ausgesprochen. "Der Vorschlag der SPD-Bundestagsfraktion, das Bankgeheimnis bis Mitte 2002 völlig abzuschaffen, verunsichert auch rechtschaffene Bürger", teilte der BVR am Freitag in Berlin mit. Die Aufhebung des Bankgeheimnisses sei kein geeigneter Weg, Entlastungen für die öffentlichen Kassen zu erzielen. Der SPD-Finanzpolitiker Joachim Poß hatte zuvor angekündigt, im Kampf gegen Steuerhinterziehung auch das Bankgeheimnis zu beseitigen.

Der BVR sei jedoch grundsätzlich aufgeschlossen, das bestehende System zu ändern, hieß es weiter. Darüber könne nachgedacht werden, wenn das bisherige System zur steuerlichen Erfassung der Kapitaleinkünften tatsächlich nicht ausreiche. Es müsse jedoch eine vom Bürger akzeptierte Regelung geschaffen werden.

In den vergangenen Wochen war vor allem im Zusammenhang mit der Terrorismusbekämpfung über eine Abschaffung des Bankgeheimnisses spekuliert worden. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hatte angekündigt, die mehr als 300 Mill. Girokonten in Deutschland zentral zu erfassen und den jeweiligen Inhabern zuzuordnen. Eine zentrale Kontrolle über Kontostände oder-bewegungen ist zwar nicht geplant, doch sollen verdächtige Kontobewegungen durch die Banken selbst mit einem so genannten Risikomanagement verfolgt und an eine zentrale Stelle gemeldet werden. Außerdem wird eine stärkere Überprüfung von Beteiligungen an Banken und Versicherungen sowie eine bessere Aufsicht von Kreditkarteninstituten erwogen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%