Verunsicherung über den Kurs von Roche belasteten den Markt
Schweizer Börse etwas schwächer

Reuters ZÜRICH. Die Schweizer Börse hat am Donnerstag bei insgesamt moderaten Umsätzen über der psychologisch wichtigen Marke von 8000 Punkten etwas schwächer geschlossen. Händler sagten, der Eurex- und Warrants-Verfall sowie die anhaltende Verunsicherung über die weitere Entwicklung und die Verluste von Roche GS hätten den Markt belastet. Zum Teil seien die Kurse auch von Transaktionen im Zusammenhang mit der Neugewichtung im Stoxx Index, der neu nach dem "Freefloat" zusammengesetzt werde, beeinflusst worden. Der SMI Index schloss 29,8 Zähler tiefer auf 8002,6 Punkten. Der breite SPI sank 14,43 auf 5565,31 Punkte.

Bei Roche verfalle mit ROGNY ein grosser Warrant mit Ausübungskurs 15 000 sfr. Dies sowie eine Aussage über das Pharmawachstum, die Finanzchef Henri Meier auf einer Veranstaltung für Analysten gemacht habe, hätten den Kurs gedrückt. Meier habe eine frühere Prognose wiederholt, wonach für das ganze Jahr für den Bereich Pharma ein Umsatzwachstum von etwa drei bis vier Prozent zu erwarten sei, sagte ein Händler. Das habe auch gegen den Roche-Schein gewirkt, auch wenn Meier weiter erklärt habe, die anderen Bereiche seien "well on track". Roche präzisierte später die Gewinnprognose und stellte eine Geinnsteigerung um zehn bis 15 % in Aussicht. Zudem sollten die Pharmaumsätze im nächsten Jahr kräftig anziehen, sagte ein Sprecher. Roche sackten 310 sfr ab auf 14 900 sfr. Das Tief notierte der "Bon" bei 14 820 sfr.

Auch andere Schwergewichte, die sich zum Teil bereits in den Vortagen etwas ermässigt hätten, gaben nach. Damit notierten sie vielfach in der Nähe oder unter Ausübungskursen. Dazu gehörten Novartis , Nestle , UBS oder Zurich Allied . Novartis und Nestle sanken ein halbes Prozent. UBS legten einen sfr zu auf 254 sfr.

Zurich Allied setzten den Rückzug zunächst fort, schlossen dann aber um sieben sfr höher auf 810 sfr. Die Arbitragegeschäfte mit den britischen Titeln, das Verfallen der Option ZUAVO und die allgemeinen Abgaben von britischen Investoren, die die Zurich Allied-Aktie nicht halten wollten oder dürften, hätten auf der negativen Seite zu Buche geschlagen. Technische Faktoren und die Aussichten, dass die Einheitsaktie von Zurich Allied schliesslich Eingang in den wichtigen Stoxx Index finden könnten, hätten dagegen unterstützend gewirkt.

Als Stoxx-Kandidaten nannten Händler neben Zurich auch Werte wie Novartis, Nestle, CS und UBS, da bei diesen Werten der Free-Float recht gross sei. CS profitierten von den am Investoren- und Analystentag genannten höheren Ziele betreffend Eigenkapitalrendite oder Wachstum von neuen Geldern. CS stiegen zwei sfr auf 370,50 sfr

Baloise hätten ein Halbjahresergebnis vorgelegt, das wie das am Vortag von Swiss Re am Vortag die Erwartungen übertroffen habe. Baloise stieg acht sfr auf 1752.

Nach Börsenschluss wollte auch noch Helvetia-Patria das Zwischenergebnis vorlegen. Rentenanstalt schlossen acht sfr tiefer auf 1421. Am Vortag hatte Rück-Chef Walter Kielholz zu den Gerüchten, Swis Re sei an der Rentenanstalt interessiert, gesagt, er kommentiere keine Gerüchte, vor allem keine dummen. Swiss Re sanken 13 sfr auf 3458 sfr.

Uneinheitlich präsentierten sich auch die zyklischen Titel. Clariant büssten über zwei Prozent ein, Lonza legten leicht zu. Ciba verharrten unter 100 sfr. ABB sowie Holderbank und Swatch gaben nach. SG Securities will mit Holderbank im Modelportfolio BP Amoco ersetzen. Holderbank sanken 36 sfr auf 1929.

Unter den Hightech-Titeln und denen, die dem Sektor "New Economy" zugerechnet würden, stünden Ascom im Zentrum. Das Unternehmen will den Aktionären vorschlagen, die Einführung der Einheitsnamenaktie zu bejahen. Zudem solle die neue Aktie einen Nennwert von noch zehn (bisherige Namenaktie 100) sfr haben. Ascom Inhaber gewannen 295 sfr auf 6545 sfr. Namen notierten stabil auf 1300 sfr.

Swisscom sowie einzelne Technologiewerte wie Esec, Unaxis, Mikron, Swisslog und Kudelski konnten sich im Sog der Erholung der US-Technologiebörse Nasdaq zum Teil kräftig verbessern. Logitech oder Distefora gaben leicht nach.

Am SWX New Market , der sich im Sog der Nasdaq 42,0 Punkte auf 1768,1 Punkte verbessern konnte, fielen vor allem Card Guard auf. Sie stiegen 15,25 sfr auf 121,25. Die Aktie profitiere von der Erhöhung des Kursziels auf 170 sfr durch UBS Warburg. Zudem habe das Papier im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung, mit der eine Übernahme in den USA finanziert werden soll, und der Korrektur der Nasdaq auch deutlich nachgegeben.

Complet-e setzten die Erholung um 4,50 sfr auf 44 sfr fort. Miracle machten frühe Abgaben wett. Händler äusserten sich positiv und verwiesen auf die verschiedenen Computer-Messen wie etwa die Orbit in Basel, die im Herbst dem Sektor etwas Leben einhauchen und für höhere Kurse sorgen sollten.

Day Interactive und Börsenneuling Crealogix holten frühe Verluste ebenfalls auf. Die Aktien der Softwarefirma Think Tools zogen 1,8 % an. Day Interactive baut den Vertrieb in Grossbritannien aus.

Kräftig zulegen konnten auch Oridion und Jomed. Jomed wird 3,166 Mill. neue Aktien zu einem Kurs von 98 sfr ausgeben, womit ebenfalls eine US-Übernahme finanziert werden solle. Modex dagegen gaben nach.



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