Veruntreuung von Staatsgeldern
Anklage gegen Nicaraguas Ex-Präsidenten Alemán

Die Staatsanwaltschaft in Nicaragua hat gegen den früheren Präsidenten Arnoldo Alemán Anklage wegen Veruntreuung von Staatsgeldern erhoben.

dpa/HB MANAGUA. Während seiner Regierungszeit (1997-2002) sollen er und 13 Mitangeklagte mindestens zehn Millionen US-Dollar aus staatlichen Mitteln auf private Konten im Ausland umgeleitet haben. Staatsanwalt Iván Lara sagte am Mittwoch, dies sei erst der Anfang, weitere Anklagen würden folgen. Alemáns Nachfolger Enrique Bolaños trat noch am Abend (Ortszeit) vor die Öffentlichkeit und sagte, dass nach neuesten Erkenntnissen Alemán sogar mehr als 100 Millionen Dollar (102 Millionen Euro) veruntreut habe.

Bolaños forderte den Kongress auf, die parlamentarische Immunität seines Vorgängers aufzuheben. Alemán, der nicht wiedergewählt werden konnte, hatte sich für die laufende Legislaturperiode ein Abgeordnetenmandat gesichert und sich zum Parlamentspräsidenten wählen lassen.

Die Anklage gegen Alemán ist die erste, die jemals in Nicaragua gegen einen Ex-Präsidenten erhoben wurde. Bolaños, der Alemán als Vizepräsident gedient hatte, steht seit Monaten in einem offenen Machtkampf mit seinem Vorgänger. Die Liberale Partei, der beide Politiker angehören, steht aber bisher noch mehrheitlich hinter Alemán.

Unter den 13 Mitangeklagten finden sich mehrere Familienangehörige Alemáns wie seine Tochter Maria Dolores Alemán, seine Schwester Amelia Alemán und sein Bruder Alvaro Alemán. Die jetzt von Bolaños genannte Summe von 100 Millionen US-Dollar entspricht etwa fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes des mittelamerikanischen Landes, des zweitärmsten des amerikanischen Kontinentes.

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