Verursacher stehen noch nicht fest
Fleisch wurde mit Wasser gestreckt

Das Chemische Untersuchungsamt in Hamm hat einen Betrug mit künstlich gestrecktem Fleisch in Deutschland bestätigt.

dpa HAMM. Einige Hersteller hätten Produkte wie Kochschinken oder Schnitzel heimlich mit Wasser versetzt, sagte die Leiterin des Instituts, Anneliese Brockmann, am Montag in Hamm und bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Es handele sich dabei um eine Täuschung der Verbraucher. Die Namen der betroffenen Firmen nannte sie nicht. Die Befunde stammen den Angaben zufolge aus dem vergangenen Jahr.

Die Prüfer seien im Jahr 2000 bei 39 Prozent der 83 Proben fündig geworden, sagte Brockmann. "Inzwischen sind die Prozentzahlen aber deutlich nach unten gegangen." Im laufenden Jahr seien bislang 12 von insgesamt 117 Proben mit Wasser versetzt gewesen. Zusätzlich setzten die schwarzen Schafe der Branche beispielsweise bei Kochschinken Eiweiße in Form von "hydrolysierter Gelatine" zu, damit das typische Wasser-Eiweiß-Verhältnis erhalten bleibe. "Das ist aber nicht gesundheitsschädlich, das wäre eine Irreführung der Verbraucher", betonte sie.

Die in Bielefeld bei Überprüfungen von Hähnchen- und Putenbrustfleisch festgestellten erhöhten Mengen "Fremdwasser" von bis zu 23 Prozent seien nicht zulässig, sagte Brockmann. Die so genannte Flüssigwürzung, bei der die Flüssigkeit in das Fleisch injiziert werde, sei aber erlaubt, wenn der Anteil acht Prozent nicht übersteige.

"Wir sind der Sache auf der Spur", sagte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums in Düsseldorf. Erst wenn die Recherchen abgeschlossen seien, könne entschieden werden, ob die Herstellerfirmen mit Konsequenzen zu rechnen hätten. Vorher könnten auch keine Unternehmen genannt werden, um möglichen Schadensersatzforderungen vorzubeugen.

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