Verurteilter beteuert seine Unschuld
15 Jahre Gefängnis für Brandstifter von Enschede

Knapp zwei Jahre nach der Explosions- und Brandkatastrophe im niederländischen Enschede hat ein Gericht in Almelo am Donnerstag den 34-jährigen Niederländer Andre de Fries wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.

Reuters AMSTERDAM. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass De Fries im Mai 2002 in einem Lagerhaus für Feuerwerkskörper der Firma S.E. Fireworks in Enschede absichtlich Feuer legte. Bei der gewaltigen Explosion mitten in einem Wohngebiet starben 20 Personen, nahezu 1000 Menschen wurden verletzt. Das Wohngebiet, in dem 400 Wohnungen zerstört wurden, hatte nach der Katastrophe ausgesehen wie nach einem Bombenangriff.

Nach Ansicht des Gerichts musste sich De Fries damals über die Gefahren seines Handelns klar gewesen sein. Der Angeklagte sei deshalb verantwortlich für die Folgen seines Handelns, hieß es in der Urteilsbegründung. De Fries selbst hatte sich als unschuldig bezeichnet. Nach Überzeugung des Gerichts hatte er nicht nur vor Kollegen zugegeben, absichtlich Feuer gelegt zu haben, sondern diese auch gebeten, ihm ein Alibi zu verschaffen.

Das niederländische Fernsehen zeigte, wie De Fries bei der Urteilsverkündung heftig protestierte und dabei von Gerichtsbediensteten festgehalten wurde. Laut seine Unschuld beteuernd wurde De Fries danach abgeführt.

Zuvor waren in diesem Jahr bereits zwei Eigentümer der Feuerwerks-Lagerhalle wegen grober Vernachlässigung der Sicherheitsvorkehrungen zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. In der Lagerhalle gab es weder feuersichere Stahltüren noch funktionierende Sprinkler-Anlagen.

Die Öffentlichkeit in den Niederlanden hatte auf die Katastrophe von Enschede nahe der deutschen Grenze mit tiefer Bestürzung und Trauer reagiert. Es gab jedoch auch massive Kritik an den Behörden, weil sie ein derart gefährliches Lager mitten in dem städtischen Wohnbereich zugelassen hatten.

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