Verurteilter hat Intelligenz eines Sechsjährigen
Hinrichtung von geistig Behindertem in den USA ausgesetzt

afp WASHINGTON. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat am Donnerstag die bevorstehende Hinrichtung eines geistig Behinderten ausgesetzt. Der 44-jährige John Paul Penry sollte um 18.00 Uhr Ortszeit (Freitag 01.00 Uhr MEZ) in Huntsville im US-Bundesstaat Texas hingerichtet werden. Er war 1981 wegen der Vergewaltigung und Ermordung einer jungen Frau zum Tode verurteilt worden. Gutachtern zufolge hat Penry den geistigen Entwicklungsstand eines sechsjährigen Kindes und einen Intelligenzquotienten, der nur halb so hoch ist wie beim Durchschnitt der Bevölkerung. Gegen die geplante Hinrichtung hatten unter anderem die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) und die Europäische Union protestiert.

In dieser Woche wurden in Texas bereits zwei Todeskandidaten hingerichtet. Am Mittwoch starb der 32-jährige Tony Chambers durch eine Giftspritze. Er war für schuldig befunden worden, 1990 ein elf Jahre altes Mädchen entführt, vergewaltigt und ermordet zu haben. Chambers ist der 37. Todeskandidat, der in diesem Jahr in Texas hingerichtet wurde. Einen Tag zuvor war, ebenfalls im Staatsgefägnis von Huntsville, war der 31-jährige Stacy Lawton wegen Mordes hingerichtet worden. Beide Todeskandidaten hatten die zuletzt die ihnen zu Last gelegten Verbrechen bestritten.

Bush kennt selten Gnade

Der Gouverneur des Bundesstaats, der republikanische Präsidentschaftskandidat George W. Bush, ist ein strikter Verfechter der Todesstrafe. Seit deren Wiedereinführung im Dezember 1982 wurden in dem Bundesstaat bereits 236 Menschen hingerichtet.

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