Verurteilung der Inavsion gefordert
Irak wirft Annan Verstoß gegen die UN-Charta vor

Der Irak hat UN-Generalsekretär Kofi Annan beschuldigt, den USA und Großbritannien die Bahn für ihren Krieg geebnet zu haben. Mit dem Rückruf aller Inspekteure, humanitären UN-Mitarbeiter und Blauhelm-Soldaten aus dem Irak am Montag habe er die Invasion des Landes durch Amerikaner und Briten zwei Tage später ermöglicht, warf der irakische UN-Botschafter Mohammed Aldouri Annan am Freitag in New York vor. Ein UN-Sprecher kündigte Annans Reaktion für Samstag an.

HB/dpa NEW YORK. Annan habe sich mit seinem Vorgehen ernsthafte Verstöße gegen das Völkerrecht und die UN-Charta zu Schulden kommen lassen, erklärte Aldouri im Namen Bagdads. So habe er den Irak der Chance beraubt zu beweisen, dass alle Massenvernichtungswaffen beseitigt sind und damit die Zeit für das Ende der Sanktionen gekommen ist. Annans Aktion stehe im Widerspruch zu wichtigen Beschlüssen des Sicherheitsrates, unter anderem Resolution 986 von 1991. Außerdem verstoße sie gegen entscheidende Prinzipien der UN-Charta wie das gleiche Recht für alle und die Unabhängigkeit und territoriale Integrität jedes Landes.

Entschieden wies Aldouri die Vorschläge des UN-Chefs für ein humanitäres Hilfsprogramm zu Gunsten der irakischen Bevölkerung zurück. Die Ideen, die Annan dem Weltsicherheitsrat ausgerechnet am Tag des Kriegsbeginns vorgelegt habe, stammten de facto aus einem amerikanisch-britischen Resolutionsentwurf, betonte Aldouri. Der Plan ziele darauf ab, den Irak zu einer "Kolonie der amerikanischen und zionistischen Ölmafia" zu machen, sagte er.

Außerdem erzürnt den Irak nach Worten Aldouris, dass Annan den Militärschlag der Amerikaner und Briten nicht öffentlich verurteilt hat. Auch damit diesem Schweigen habe er sich ganz klar auf die Seite Washingtons und Londons gestellt, sagte Aldouri. Dabei schreibe Artikel 100 der UN-Charta dem Generalsekretär der Vereinten Nationen und seinen Mitarbeitern in Paragraf eins vor, "nicht die Anweisungen einzelner Staaten zu suchen oder anzunehmen".

Annans Verhalten sei eine Beleidigung der Vereinten Nationen und ein schwerer Schlag gegen deren Glaubwürdigkeit, schloss Aldouri im Namen der irakischen Regierung.

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