Verwaltungsratsmitglieder ohne Vertrauen
Vivendi-Chef Messier geht

Der umstrittene Chef des französischen Mischkonzerns Vivendi Universal, Jean-Marie Messier, tritt ab. "Ich gehe, damit Vivendi fortbestehen kann", sagte der Chef des weltweit zweitgrößten Medienkonzerns der Pariser Tageszeitung "Le Figaro".

dpa PARIS. "Es gibt eine unumstößliche Wahrheit: man kann ein Unternehmen nicht mit einem gespaltenen Verwaltungsrat leiten."

Der Chef der hoch verschuldeten Vivendi-Gruppe hatte die Rückendeckung der Großaktionäre verloren. Das Schicksal des Vivendi-Chefs wird offiziell an diesem Mittwoch in einer Sondersitzung des Verwaltungsrates entschieden.

Die Großaktionäre lasten Messier (45) das Fehlen einer klaren Konzeption und seinen Führungsstil an. Die etwa 380 000 Beschäftigten der Gruppe befürchten einen erheblichen Stellenabbau im Sog dieser Krise.

Nach den US-Großaktionären hatten auch wichtige französische Anteilseigner dem Vorstandsvorsitzenden des größten Medienkonzerns nach AOL Time Warner ihr Vertrauen entzogen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie von Vivendi Universal etwa zwei Drittel an Wert eingebüßt.

Nachfolger Messiers wird wahrscheinlich Jean-René Fourtou (63), Ex-Chef der ehemaligen Rhone-Poulenc. Er war nach der Fusion dieses Unternehmens mit Hoechst zum Aventis-Konzern vom Vizevorstandsposten in den Aufsichtsrat gewechselt. Messier rückte 1996 an die Spitze des einstigen Wasserversorgers Générale des Eaux. Durch milliardenteure Übernahmen schuf er in den vergangenen Jahren den Weltkonzern.

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