Verweigerung der Entlastung angedroht
Aktionärsschützer kritisiert Telekom-Vorstand

Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) will Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Telekom AG die Entlastung verweigern. Einer der Vorwürfte: Der Vorstand habe das Vertrauen in die Seriosität des Unternehmens beschädigt.

vwd DÜSSELDORF. Entsprechende Anträge seien für die Hauptversammlung am 28. Mai in Köln eingereicht worden, teilten die Aktionärsschützer am Montag mit. Sie begründen dies mit dem Wertverlust der T-Aktie, der deutlichen Erhöhung der Bezüge des Vorstandes und dessen Umgang mit der Aktienhaltefrist im Zuge der VoiceStream-Übernahme.

Die T-Aktie habe gegenüber der Hauptversammlung des vergangenen Jahres 42 Prozent an Wert verloren, während der Deutsche Aktienindex (Dax) nur rund 18 Prozent eingebüßt habe, erklärte die SdK. Die Ursachen für den Kursverlust seien vor allem im verschobenen Schuldenabbau der Telekom, dem erstmaligen Verlust des Konzerns und den als ungewiss bezeichneten Ertragsaussichten im UMTS-Geschäft zu sehen.

Zudem habe der Vorstand das Vertrauen in die Seriosität des Unternehmens beschädigt, da er vorigen Sommer der finnischen Sonera insgeheim erlaubt habe, in Zusammenhang mit dem VoiceStream-Deal 22 Mio T-Aktien lange vor Ablauf der Haltefrist zu verkaufen. Dem Aufsichtsrat wirft die SdK vor, eine Erhöhung der Gesamtbezüge des Vorstandes für 2001 um knapp 90 Prozent auf 17,4 Mio EUR genehmigt zu haben. Dies sei ein "falsches Signal" - angesichts der Dividendenkürzung hätten auch die Bezüge sinken müssen, meinen die Aktionärsschützer. Stattdessen habe der Aufsichtsrat darüber hinaus noch 17 Mio Aktienoptionen für den Vorstand gebilligt.

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