Verweis auf eine Langstrecke fehlt
China und Deutschland schließen Transrapid-Kooperation

Bundesverkehrsminister Bodewig und der chinesische Wissenschaftsminister Xu Guanhua vereinbarten einen geregelten Informationsaustausch über den Bau der Strecke in Schanghai und der Fortentwicklung der Technologie.

Reuters PEKING. Deutschland und China wollen ihre Zusammenarbeit beim Transrapid verstärken. Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) und der chinesische Wissenschaftsminister Xu Guanhua vereinbarten am Mittwoch in Peking einen geregelten Informationsaustausch über den Bau der Strecke in Schanghai und der Fortentwicklung der Technologie. Bodewig nannte die Anbindung des Schanghaier Flughafens an die Innenstadt den Schlüssel für weitere Anwendungen. Auch Xu machte künftige Strecken in China vom Erfolg des Projektes abhängig. ThyssenKrupp-Vorstandschef Ekkehard Schulz sagte, China könnte zum Produktionsort für Transrapid-Strecken im Ausland werden.

Das von Bodewig und Xu unterzeichnete Memorandum sieht einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch vor. Die Vereinbarung sieht ausdrücklich keinen Transfer von finanziellen Mitteln vor. Innerhalb der kommenden drei Monate soll mit der genauen Ausgestaltung der Zusammenarbeit begonnen werden. Im Gespräch ist dabei auch die Einrichtung eines Zentrums für Magnetschwebetechnik. Zudem wollen beide Seiten einen Magnetschwebebahn-Beauftragten ernennen.

Verweis auf eine Langstrecke fehlt

Im Memorandum ist auch von der Möglichkeit weiterer Transrapid-Strecken in China die Rede. Ein Verweis auf eine Langstrecke fehlt jedoch. Xu hatte am Sonntag in einem Gespräch mit Bodewig eine Machbarkeitsstudie über eine Verbindung zwischen Peking und Schanghai angekündigt. Die Kosten der rund 1 200 Kilometer langen Trasse belaufen sich nach Bodewigs Worten auf rund 50 Milliarden Mark. Der Transrapid wird in einem Konsortium von den Firmen Siemens AG und ThyssenKrupp AG hergestellt.

Mit der Vereinbarung beschreiten China und Deutschland nach Bodewigs Worten ein weiteres Stück zur Realisierung des Transrapid-Projekts. Die Schanghaier Strecke habe eine Schlüsselstellung: "Ich bin sicher, dieser Schlüssel schließt die Türen auf, auch für andere größere Projekte", sagte Bodewig. Er kündigte an, auch mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Zhu Rongji am Donnerstag über den Transrapid zu sprechen.

Das Transrapid-Konsortium will die rund 30 Kilometer lange und etwa drei Milliarden Mark teure Strecke in Schanghai bis Anfang 2003 fertigstellen. Der Transrapid erreicht auf ihr eine Geschwindigkeit von 430 Stundenkilometern und soll zunächst alle zehn Minuten fahren. Im Jahr 2005 werden jährlich rund zehn Millionen Fahrgäste erwartet. Die Bundesregierung hatte Hilfen zum Bau einer Hochgeschwindigkeits-Strecke in Höhe von 200 Millionen Mark zugesagt. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau vereinbarte mit dem chinesischen Finanzminister Xiang Huaixheng einen Finanzierungsvertrag über 100 Millionen Mark.

Xu sagte, der Transrapid sei zur Verbindung der durchschnittlich 1 400 Kilometer entfernten Strecken sehr geeignet: "Es ist eine Technologie, die eine Konkurrenz ist zur Luftfahrt." Es sei Politik der Kommunistischen Partei Chinas, Technologien einzuführen, um die entwickelten Länder einzuholen und zu überholen.

Weitere Transrapid-Strecken

Die Entscheidung über weitere Transrapid-Strecken hänge davon ab, ob die Referenz-Strecke in Schanghai rechtzeitig fertig und dabei die gewünschte Qualität eingehalten werde, sagte Xu. Zudem müsse es effiziente Kostensenkungen geben, bei der etwa die Lokalisierung der Produktionsanteile eine Rolle spielten. Schließlich gelte es, weitere technologische Probleme zu lösen, wie etwa der Bau von längeren Brücken über Flüsse oder Tunnelfahrten.

Thyssen-Krupp-Vorstandschef Schulz stellte die Überlegung an, in einer deutsch-chinesischen Zusammenarbeit in China Transrapid-Strecken auch für andere Länder zu bauen: "Das ist eine Vision, die ich mir durchaus vorstellen kann." Er sei sich sicher, dass neben der Strecke in Schanghai in Kürze auch eine vergleichbare in Peking beschlossen werde. "Wir beginnen mit zwei kurzen Strecken als Grundstein für die große", sagte Schulz.

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