Verwirrung über Rumsfeld-Äußerung
USA glauben nicht an Befehl zum Taliban-Rückzug aus Kandahar

Die USA bezweifeln, dass Berichte über einen unmittelbar bevorstehenden Taliban-Rückzug aus der südafghanischen Stadt Kandahar zutreffen. "Ich glaube das nicht", sagte Admiral John Stufflebeem am Freitag zu Meldungen, denen zufolge Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar am Freitag seine Milizen zum Verlassen der bisherigen Hochburg im Süden angewiesen hat.

dpa WASHINGTON. Stufflebeem verwies in diesem Zusammenhang auf US-Erkenntnisse, die auf anhaltende Kämpfe in der Region hindeuteten. Nach Angaben des Admirals ist es zudem weiterhin unklar, ob Dschalabad jetzt in den Händen von Oppositionskräften sei, die mittlerweile über zwei Drittel von Afghanistan unter ihrer Kontrolle hätten.

Verwirrung herrschte unterdessen über Äußerungen von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, denen zufolge US-Spezialtrupps im Süden Afghanistans eingesetzt sind und fliehende Taliban-Milizen sowie El-Kaida-Mitglieder "töten". Stufflebeem bestätigte zwar, dass amerikanische Soldaten nicht nur im Norden, sondern auch im Süden operierten. Ihm sei nichts über Feuergefechte mit direkter Beteiligung von US-Spezialtrupps bekannt, sagte Stufflebeem.

Rumsfeld wies unterdessen mit deutlicher Verärgerung Berichte zurück, denen zufolge die Nordallianz bei ihrem Vormarsch Gräueltaten begangen haben soll. Der Verteidigungsminister sprach von "unglückseligen Gerüchten", die durch nichts untermauert seien. Und wenn die Taliban nicht der Aufforderung folgten, sich zu ergeben, dann sei es legitim, sie zu erschießen. "Das ist es, was man in einem solchen Konflikt tut", sagte Rumsfeld.

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