Verwirrung um Ausgabekurs der T-Aktien – Maximalpreis für Private wird am 13. Juni festgesetzt
Aktionärsschützer kritisieren Telekom

Wieder wendet die Deutsche Telekom alle Tricks an, um die neuen T-Aktien möglichst teuer zu verkaufen. Aktionärsschützer werfen dem Konzern mangelnde Transparenz bei der Festsetzung des Ausgabepreises vor.

FRANKFURT/M. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz legt sich mit der Telekom an. Die Aktionärsvertreter werfen dem Konzern mangelnde Transparenz bei der Festsetzung des Ausgabepreises für die dritte Privatisierungstranche vor. "Die Telekom bleibt sich treu, zumindest was ihre nicht gerade optimale Informationspolitik angeht", meint DSW-Sprecher Jürgen Kurz.

Die Wertpapierschützer fordern, dass die Telekom für den Emissionspreis den Kurs zugrunde legt, den die T-Aktie am Ende der Zeichnungsfrist am 16. Juni hat. Auf diesen Kurs solle dann der Privatanleger-Rabatt von 3 Euro angerechnet werden. "So lässt sich sicherstellen, dass die Aktionäre wirklich weniger zahlen, als an der Börse für das Papier verlangt wird", erläutert Kurz. Sollte die Telekom dagegen über den Zeichungszeitraum einen Durchschnittspreis bilden, sei es bei ungünstigem Kursverlauf sogar denkbar, dass die Privatanleger trotz Rabatts mehr bezahlen als die T-Aktie am Ende der Frist an der Börse wert sei. Im Zuge des dritten Börsengangs kommen 200 Millionen T-Aktien an den Markt, die der Bund bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau geparkt hat. Mit dem Angebot spricht die Telekom 800 Millionen Privatanleger weltweit an.

Am 13. Juni will die Telekom zumindest einen Maximalpreis für die Privaten festlegen. Einschließlich Rabatt soll der Ausgabekurs die Schlussnotiz der T-Aktie an diesem Tag um höchstens 15 % übersteigen. Ansonsten hält sich der Konzern bedeckt. Auf welcher Basis der endgültige Emissionspreis berechnet wird, will die Telekom nicht verraten. Bislang ist nur klar, dass die Festsetzung erst kurz vor der Erstnotiz am 19. Juni nah am dann aktuellen Kurs erfolgen wird.

"Die Investoren können sich aber darauf verlassen, dass wir einen anlegerfreundlichen Preis finden werden", versichert Telekom-Sprecher Ulrich Lissek. Dem Konzern komme es nicht darauf an, die letzte Mark aus dem Markt zu pressen, vielmehr müsse es Spielraum für einen erfolgreichen Börsenstart der neuen Aktien geben.

In der Tat kann es sich Telekom-Chef Ron Sommer kaum leisten, die Anleger vor den Kopf zu stoßen. Denn mit T-Mobil steht im Herbst bereits die nächste Großemission an. Mit dem Versteckspiel um den Emissionspreis reagiert der Konzern auf die Turbulenzen bei der Kapitalerhöhung vor einem Jahr. Damals hatte die Telekom frühzeitig festgelegt, dass der Schlusskurs am letzten Handelstag vor der Erstnotiz der neuen Aktien die Grundlage für den Emissionspreis bilden würde. Darauf hin hatten einige große Spieler während der Schlussauktion an der Börse den Kurs massiv gedrückt, um einen niedrigeren Ausgabepreis zu erreichen. Durch gezielte Kauf- und Verkaufsaktionen von Aktien und Bezugsrechten konnten die Spekulanten risikolose Gewinne einstreichen. Ein ähnliches Szenario will die Telekom jetzt verhindern. "Die Argumentation ist zwar nachvollziehbar, dennoch muss Sommer für Transparenz sorgen", stellt Kurz den Standpunkt der DSW klar.

In ihrer Mitteilung nennen die Aktionärsschützer für die T-Aktien eine Preisspanne von 50 Euro bis 75 Euro. Dabei handelt es sich allerdings um ein Missverständnis. Da es bei der Emission um eine Zweitplatzierung geht, gibt es keine feste Preisspanne. Die 50 bis 75 Euro sind lediglich eine technische Vorgabe der Konsortialbanken, da deren Computer limitierte Aufträge nur in einer Spanne von maximal 25 Euro abbilden können. Sollte sich der Kurs der T-Aktie während der Zeichnungsfrist stark in die eine oder andere Richtung bewegen, würden die Konsortialbanken auch ihre technische Vorgabe anpassen.





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