Verwirrung um den früheren Straftäter
Mehmet ist zurück

Der frühere Serienstraftäter Mehmet sorgt wieder einmal für Verwirrung. Übereinstimmenden Zeitungsberichten von heute zufolge soll der 18-Jährige wieder in Deutschland sein.

ddp MÜNCHEN.

Knapp vier Jahre nach seiner Ausweisung in die Türkei kam der inzwischen 18-Jährige per Flugzeug zurück in seinen Geburtsort München. Das bestätigten Oberstaatsanwalt Manfred Wick und die Stadt München heute. Wick kündigte an, noch am selben Tag einen Antrag auf Wiederaufnahme des Strafverfahrens wegen eines Raubüberfalls zu stellen. Es war mit der Abschiebung Mehmets vorläufig eingestellt worden.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung reiste Mehmet bereits am 1. August von Istanbul nach München. Grundlage für seine Rückkehr war ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 16. Juli. Die Berliner Richter hatten Mehmet einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zugestanden. Bei der Abschiebung sei der besondere Ausweisungsschutz für Minderjährige missachtet worden, hieß es zur Begründung.

"Wenn Mehmet Hilfe braucht, kann er kommen"

Der genaue Aufenthaltsort von Mehmet ist unbekannt. Das bayerische Innenministerium betonte, seine Einreise sei nicht meldepflichtig gewesen. Die Sprecherin des Münchner Sozialreferats, Monika Niedermayer, sagte, mit seinem Pass könne Mehmet "in ganz Europa" reisen. Zugleich betonte Neumeyer: "Wenn Mehmet Hilfe braucht, kann er kommen und einen Antrag stellen." Es gebe bereits Kontakte mit Mehmets Anwalt Alexander Ebert. Dieser hatte bereits vor der Rückkehr betont, Mehmet wolle nicht wieder bei seinen Eltern in München wohnen.

Einen Bericht der Münchner "tz", wonach sich der junge Türke in der Obhut des Diakonischen Werkes in Rosenheim befindet, dementierte die Einrichtung umgehend. "Mehmet ist definitiv nicht bei uns", sagte der für die Jugendhilfe zuständige Geschäftsführer Rolf Negele.

Mehmet gibt sich geläutert

Der Fall Mehmet hatte im November 1998 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der damals 14-Jährige wurde, nachdem er die erste Straftat als strafmündiger Jugendlicher begangen hatte, ohne seine Eltern in die Türkei abgeschoben. Zuvor hatte Mehmet bereits mehr als 60 Mal gegen Gesetze verstoßen, konnte dafür aber wegen seines Alters nicht belangt werden. Auf sein Konto gehen Körperverletzungen, Diebstähle, Sachbeschädigungen und Überfälle.

Inzwischen gibt sich Mehmet jedoch geläutert. Er habe sich früher wie "ein Depp" verhalten, sagte er in einem Interview. Nach seiner Rückkehr wolle er zunächst "einen vernünftigen Schulabschluss" machen. Er könne sich auch vorstellen, später einmal in der Altenpflege zu arbeiten.

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