Verzehnfachung der Anmeldungen
US-Wahl: Deutschland wird zum Swing State

"Es ist verrückt, wir haben eine Verzehnfachung der Anmeldungen", sagte Henry Nickel, Vorsitzender des deutschen Teils von "Republicans Abroad", der Auslandsorganisation der US-Republikaner. Anders als in Deutschland gibt es in den USA keine automatische Wählerregistrierung. Um wählen zu können, müssen sich die Bürger müssen sich selbst anmelden. Für die US-Wahl am 2. November haben sich so viele in Deutschland lebende Amerikaner angemeldet wie nie zuvor.

rtr/HB FRANKFURT. Die Briefwähler aus dem Ausland werden seit Jahren von den Parteien besonders beachtet. 1988 drehten sie das Ergebnis der Senatswahl im US-Bundesstaat Florida noch einmal um, nachdem der demokratische Kandidat nach den vor Ort abgegebenen Stimmen schon fast zum Sieger erklärt worden wäre. Daher bemühen sich die Parteien, ihre Klientel zur aufwendigen Registrierung und zur Stimmabgabe auch im Ausland zu mobilisieren.

Doch dieses Mal müssen sie sich nicht besonders anstrengen: "Viele Amerikaner in Deutschland ärgern sich, dass sie beim letzten Mal nicht gewählt haben", sagte Andreas Etges, US-Experte an der Freien Universität Berlin. "Dieses Mal wissen alle, dass jede Stimme zählt, und sie machen große Anstrengungen, an der Wahl teilzunehmen." Einige, die die Frist für die Briefwahl versäumt haben, wollen sogar zur Wahl in die USA fliegen, um ihre Stimme abzugeben. Neben dem umstrittenen, bis zum Obersten Gericht der USA durchgefochtenen Wahlsieg Bushs gegen den Demokraten Al Gore 2000 dürften dafür auch die starke Abneigung der deutschen Öffentlichkeit gegenüber Bush und seiner Politik eine Rolle spielen, vor allem der Irak-Krieg.

Traditionell wählen die rund 270 000 US-Bürger in Deutschland eher die Republikaner. Die Irak-Politik von Bush könnte aber nach Meinung von Experten die Stimmung kippen. "Das Militär zögert immer am meisten, wenn es darum geht, Krieg zu führen", sagt Gary Smith von der American Academy. Nach seiner Einschätzung werden zivile US-Amerikaner in Deutschland überwältigend Kerry wählen.

Nicht nur die US-Demokraten machen in Deutschland Wahlkampf für ihren Kandidaten. "Wir engagieren uns, weil die Politik der USA große Auswirkungen auch für unser Leben hat", sagte Sarah Voigt, eine von rund 50 Deutschen, die in der Organisation "Vote 44" Wahlkampf für Kerry machen. "44" steht für den 44. US-Präsidenten. George Bush ist der 43. Präsident der USA.

Die Bush-Anhänger lassen sich nicht entmutigen. Der Chef der "Republicans Abroad" sagt: "Im Moment mache ich nichts anderes, als den Leuten zu helfen, sich zu registrieren und zu wählen."

Quelle: News Frankfurt

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