Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland
Daimler-Chrysler erwartet schwachen LKW-Markt

Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller Daimler-Chrysler rechnet kurz vor Beginn der Automesse IAA Nutzfahrzeuge in Hannover (12. bis 19. September) mit keiner nachhaltigen Belebung des Marktes. "Auch für 2003 sehe ich keine signifikante Aufwärtsbewegung, aber auch keine großen Rückschritte gegenüber 2002", sagte Eckard Cordes, für Nutzfahrzeuge verantwortliches Vorstandsmitglied von Daimler-Chrysler.

dpa/HB STUTTGART. Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) rechnet für 2002 mit einem Absatzrückgang in Deutschland von acht Prozent auf 273 000 Fahrzeuge und in Westeuropa von minus sechs Prozent auf 2,1 Mill. Fahrzeuge.

Cordes erwartet in den USA bei schweren Lkw einen Absatz ähnlich wie im Vorjahr von etwa 170 000 Fahrzeugen. Man müsse aber bedenken, dass noch 1999 rund 310 000 Lkw abgesetzt worden seien. Auch 2003 dürfte der negative Trend anhalten, der sich schon jetzt für das vierte Quartal 2002 abzeichne. Denn in den USA war es wegen neuer Emissionsrichtlinien ab Oktober zu vorgezogenen Neukäufen gekommen, die die bisherigen Quartalsergebnisse verbessert hatten.

Trotz der auch für Mercedes-Benz schwachen Absatzsituation sieht der Nutzfahrzeugchef weiterhin keine Notwendigkeit harter Personalmaßnahmen: "Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben", betonte Cordes. Auch der Abbau von 800 Jobs bei der Bustochter Evobus in Mannheim und Ulm in diesem Jahr werde sozialverträglich geregelt.

Bei der US-Lkw-Sparte Freightliner sind die Sanierungsmaßnahmen laut Cordes wie angekündigt umgesetzt worden. Die Belegschaft (Höchststand 22 000) wurde seit dem Jahr 2000 praktisch halbiert, die Schließung von drei Werken befinde sich im Plan. "Für das Gesamtjahr 2002 wird es bei Freightliner noch einen kleinen Verlust geben, 2003 wird dann das gesamte Jahr positiv", erklärte Cordes. Ohne Einmaleffekte wird die Nutzfahrzeugsparte von Daimler-Chrysler in diesem Jahr operativ mehr verdienen als im Vorjahr (51 Mill. Euro), hatte es bei der Vorlage der Halbjahreszahlen Mitte Juli geheißen.

Besonders aktiv ist Daimler-Chrysler im Moment in China. Die jahrelangen Verhandlungen über den Bau schwerer Lkw mit dem Hersteller FAW (First Automotive Work) sollen in diesem Jahr zum Abschluss gebracht werden. "Auch für den Transporterbereich gibt es intensive Gespräche für ein neues Gemeinschaftsunternehmen", sagte der Daimler-Chrysler-Manager. In Japan wird weiter geprüft, ob es Sinn macht, die Mitsubishi-Nutzfahrzeugtochter Fuso auszugliedern und als eigenständiges Unternehmens unter Beteiligung von DaimlerChrysler an den Markt zu bringen. An der Mitsubishi Motors Corporation ist Daimler-Chrysler mit 37,3 Prozent beteiligt.

Noch ist nicht entschieden, ob das Nachfolge-Modell des in Europa sehr erfolgreichen Transporters Sprinter auch in einem nordamerikanischen Werk gebaut werden soll. Dies werde im Moment geprüft. Zur Zeit werden in den USA aus Deutschland importierte Sprinter-Teile montiert. Der Sprinter wird in Nordamerika künftig nicht nur wie bisher unter dem Markennamen Freightliner, sondern auch als Dodge auf den Markt kommen. Man wolle unter anderem die Vorteile des Dodge-Händlernetzes nutzen, da ein Privatkunde zu den Freightliner-Händlern nicht gehen würde, sagte Cordes zur Begründung.

Die Daimler-Chrysler-Nutzfahrzeugsparte hat 2001 einen Umsatz von 28,57 Mrd. Euro erwirtschaftet und 492 900 Fahrzeuge abgesetzt.

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